Wer hat nicht schon einmal von einem eigenen Weinberg geträumt? Manchmal lässt sich so etwas auf Mallorca verwirklichen ... | Montesión Wine Estate

Es gibt verschiedene Wege zum eigenen Wein auf der Insel. Einen bietet das Unternehmen Vino de la Isla mit Sitz in Deutschland und Algaida. Wer selbst Land auf der Insel besitzt, kann es sich von der Firma mit Wein bepflanzen und bewirtschaften lassen – ab einer Anbaufläche von 1000 Quadratmetern.

„Derzeit lassen Privatkunden rund 130 Hektar von unserem Unternehmen bewirtschaften, die einzelnen Terrains haben eine Größe zwischen 1000 Quadratmetern und 20 Hektar”, sagt Geschäftsführer Timo Koch. Die Weinfelder liegen zwischen Andratx und Artà. Bei den Rebsorten kann der Kunde zwischen internationalen von Chardonnay bis Cabernet Sauvignon sowie mallorquinischen Sorten von Mantonegro bis Prensal Blanc wählen. Winzer-Know-how steuert Kochs Geschäftspartner Henri Fink bei. „Wir arbeiten nach ökologischen Kriterien”, so Koch. Zertifiziert allerdings sind die Weine nicht. Bei den Flaschen achtet man auf wahre Leichtgewichte: Sie wiegen lediglich 370 Gramm. Und das bedeutet: weniger Kohlendioxid-Ausstoß bei Transport und Herstellung.

Wie klappt die Lese bei so verstreut liegenden Weinflächen? Bei einem Qualitätswein sollte die Zeit zwischen Ernte und Eintreffen in der Kellerei möglichst kurz gehalten sein. An fünf verschiedenen Orten stehen daher Kühlcontainer, wohin die geernteten Trauben von den einzelnen Grundstücken nach der Lese zunächst gebracht werden. Am Abend geht es dann gekühlt weiter in die Bodega in Algaida. Die Beeren werden für jeden einzelnen Kunden separat behandelt und von Anfang an mit einem „Laufzettel” versehen, damit die gesamte Produktionskette dokumentiert ist. „So kann jeder Kunde sicher sein, am Ende auch seinen eigenen Wein in seinen Flaschen zu finden”, sagt Timo Koch.

Anpflanzungs-, Bewirtschaftungs-, Herstellungsvertrag

Um als Landbesitzer seine Finca mit eigenem Wein zu bepflanzen, müssen mehrere Verträge geschlossen werden. Zunächst vereinbart der Kunde einen Anpflanzungsvertrag. Für 1 Hektar zum Beispiel beträgt der Preis 75.000 Euro. Danach folgt ein Bewirtschaftungsvertrag: Für einen Hektar mit rund 5000 Weinpflanzen fallen dann pro Jahr jeweils 18.500 Euro an. Wenn es dann ab dem dritten beziehungsweise vierten Jahr an das Lesen, Keltern, Abfüllen von zirka 6000 Flaschen/Jahr geht, wird zum Bewirtschaftungsvertrag zusätzlich noch ein Herstellungsvertrag fällig. Bei 5000 Reben beläuft er sich auf 9300 Euro pro Jahr. In 20 Jahren und einem Hektar würden dann Kosten in Höhe von rund 585.000 Euro anfallen. Die Weine tragen die Bezeichnung „Vino de la Tierra de Mallorca”. Wer nicht nur sein Grundstück mit einer Weinanpflanzung schmücken und den Rebsaft nicht ausschließlich selbst genießen möchte, kann ihn über Vino de la Isla verkaufen – online oder auch über den neuen Shop „Château Vino de la Isla” in dem burgähnlichen Sandsteingebäude bei Algaida an der Straße zwischen Palma und Manacor mit seinen Zinnen und trutzigen Türmen. Würde man einen Preis von 8,50 Euro pro Flasche zu Grunde legen, käme man bei einem kompletten Verkauf der eigenen Weine auf einen Erlös von 51.000 Euro pro Jahr. Das macht in 17 Jahren zirka 867.000 Euro. „Wobei man beim Weinbau immer von 30 Jahren ausgeht, also 27 Ertragsjahren, entsprechend verändert sich das Return on Invest. Und: Im Jahr 2021 konnten unsere Kunden ihre Weine im Schnitt für 11,74 Euro pro Flasche verkaufen”, sagt Timo Koch. Mallorquinische Tropfen sind gefragt! Weitergehende Informationen gibt es bei info@isla.wine

Bodega Montesión in Porreres

Auf dem Weingut Montesión folgt man einem anderen Konzept. Der Wein, der nach ökologischen Kriterien mit größtem Respekt vor Umwelt und Natur angebaut wird, ist nach den sehr anspruchsvollen Regeln des Anbauverbandes Demeter zertifiziert. Hinter dem Projekt stehen zwei Männer mit Erfahrung. Da ist zum einen der Mallorquiner Carlos Feliu, Winzer mit Herzblut und Chef der Bodega Can Feliu in Porreres. Er ist Mallorcas einziger Demeter-zertifizierter Önologe. Und da ist Ivan Levy, Miteigentümer des Restaurants Fera in Palma und Produzent der Son Naava-Weine.

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Beim Gang durch den eigenen Weinberg sich den eigenen Wein schmecken lassen – und das alles, ohne selbst als Winzer tätig werden zu müssen. Foto: Montesión Wine Estate
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Für das Vorhaben stehen insgesamt 20 Hektar in der Gemeinde Porreres zur Verfügung. Schön komfortabel: So ein frischgebackener Weinbergbesitzer muss nicht selber Hand anlegen. Er „muss” im Grunde nur eines tun: seinen Wein in vollen Zügen genießen. Die Mitarbeiter des Weingutes übernehmen sämtliche Arbeiten. „Wir bereiten das Land vor, pflanzen die Rebstöcke, haben ein Auge auf die Zöglinge – und ernten später auch die Trauben, schonend per Hand”, sagt der studierte Agrar-Ingenieur Carlos Feliu. Und klar, das Keltern und den Ausbau übernehmen er und sein Team ebenfalls. Porreres ist dabei eine besondere Weinregion auf Mallorca. Denn wegen des vorherrschenden (Mikro-)Klimas, der Wasserverfügbarkeit und nicht zuletzt des Bodens bringt sie Spitzen-trauben hervor. Mit anderen Worten: Es handelt sich um ein äußerst vielversprechendes Terroir.

Bis zu 6000 Flaschen Wein pro Jahr

Das Konzept, das dahintersteht, ist so: Weinliebhaber erwerben die Nutzungsrechte für einen Hektar Wein über 20 Jahre für 150.000 Euro. Schon ab dem dritten Jahr können genügend Trauben gelesen werden, um bis zu 6000 Flaschen Wein pro Jahr zu produzieren. Um die Wartezeit bis dahin zu überbrücken, erhalten die frischgebackenen Weinbergbesitzer in den ersten beiden Jahren jeweils 300 Liter Wein. Was noch enthalten ist in den 150.000 Euro: die Vorbereitung des Bodens, die Anpflanzung der Rebstöcke und die Bewirtschaftung der Fläche für zwei Jahre. Ab dem dritten Jahr fallen für die Pflege des Weingartens und die Lese etwa 15.000 Euro pro Jahr an. Die Abfüllung des Demeter-zertifizierten Weins kosten dann noch mal zwischen 7 und 8,75 Euro pro Flasche – je nach Qualität der Flaschen und Etiketten. Den Kunden steht natürlich frei zu entscheiden, ob sie den Wein für sich selbst haben oder ihn verkaufen möchten.

Sie können zwischen zwei Rebsorten wählen, die auf Mallorca angebaut werden dürfen. Das könnten zwei rote, zwei weiße oder auch eine rote und eine weiße sein, ganz nach Geschmack. Carlos Feliu berät sie gern. Wer Weine aus mehreren verschiedenen Rebsorten liebt, kann darüber hinaus für seine ganz spezielle Cuvée auch auf andere Sorten zugreifen, die auf seiner Finca angebaut werden. Die Bodega Can Feliu selbst ist ein Weingut mit 300-jähriger Geschichte. Sie war die erste Weinkellerei in Porreres überhaupt und ist heute die einzige, die noch immer existiert.

Ganz romantisch: Das eigene Weinfest auf dem Gut

Zu dem Anwesen gehört ein Landhaus, dass Montesión-Kunden nach Absprache für ihre privaten Veranstaltungen nutzen können. Für Abendessen mit Freunden oder der Familie oder für Weinverkostungen – natürlich auch des eigenen Weins. Dass dieser etwas Besonderes sein wird, steht fest. Denn Carlos Feliu weiß, was er tut. Er hat bereits 20 Jahre Erfahrung auf seinem Weingut Can Feliu mit dem Anbau von biodynamischen Demeter-Weinen.

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Weinbau unter Palmen: In Porreres, wo ein ganz besonderes Mikroklima vorherrscht, befinden sich die Bodegas Can Feliu und Montesión. Foto: Montesión Wine Estate

Momentan bewirtschaftet er in Can Feliu 24 Hektar Wein. Kultiviert eine große Auswahl an Weißen und Roten aus einheimischen und internationalen Rebsorten von Callet bis Merlot, von Prensal Blanc bis Chardonnay. Bei internationalen und nationalen Wettbewerben wurden seine Rebsäfte immer wieder mit Gold- und Silbermedaillen prämiert. Dazu zählen etwa der Kultwein „Bullfish”, Jahrgang 2014, oder auch der „Alé Cabernet”, Jahrgang 2015.

Weitergehende Informationen erhalten Sie bei der Bodega Montesión in Porreres über carlos@montesionwineestate.com Darüber hinaus baut Carlos Feliu Oliven und andere Fruchtsorten an. Eine eigene Viehzucht gehört ebenfalls dazu. Der Dung der Tiere dient dann gleich als Dünger für die Pflanzen. Ökologische Kreislaufwirtschaft mit Vorbildcharakter eben …