Illegale Straßenverkäufer an der Playa de Palma: Ihre Zahl hat im vergangenen Monat zum Beginn der Saison stark zugenommen. | Foto: Alejandro Sepúlveda

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Nach dem Tod eines 28-jährigen Senegalesen auf Mallorca an der Playa de Palma sieht sich die Ortspolizei schweren Vorwürfen von Vertretern der senegalesischen Gemeinschaft ausgesetzt. "Für drei Brillen im Wert von zehn Euro braucht man keinen Menschen mit einem Motorrad und Sirenen zu verfolgen", sagt Makaary, einer der Sprecher der Murimoula-Gemeinde, zu der der verunglückte Abdoulaye Mbengue gehörte.

Mbengue lebte vom illegalen Verkauf von Sonnenbrillen an der Playa de Palma und war vor einer Woche auf der Flucht vor der Polizei von einem Auto erfasst worden und wenig später seinen Verletzungen erlegen. Die Polizei bestreitet jegliche Schuld an dem Vorfall. Sie hätten den Mann nicht verfolgt, heißt es bei der Behörde in Palma. Das sei laut Dienstvorschrift auch gar nicht erlaubt. Der Afrikaner sei einfach davongerannt, als er sie gesehen habe.

Makaary wirft einigen Lokalpolizisten von Palma und Calvià vor, sie seien "aggressiv und rassistisch". Die balearische Gemeinde der Murimoula in Arenal hat einen Gedenkgottesdienst für Mbengue mit insgesamt 900 Gläubigen veranstaltet, auch um 7000 Euro für die Überführung des Leichnams in den Senegal zu sammeln.

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Cheickh Ngaldou, Präsident der balearischen Senegalesen-Vereinigung Yapo hat darauf hingewiesen, dass der Verunglückte eine Aufenthaltsgenehmigung für Spanien besaß. Er sei 2006 mit einem Boot nach einer langen Überfahrt nach Europa bekommen, konnte später jedoch seinen Aufenthalt in Spanien legalisieren. Nach Angaben von Ngaldou hat Mbengue seine Mutter im Senegal finanziell unterstützt und wollte im Herbst zum ersten Mal wieder seine Heimat besuchen.

Mbengue war einer von rund 1000 "fliegenden Händlern" in Palma: "Das sind mehr als es Polizeibeamte in der Stadt gibt", sagte Bürgermeister Mateo Isern bei der Präsentation der "Sommerpolizei" am Montag: In dieser Saison werden an der Playa de Palma wie im vergangenen Sommer 115 Beamte im Einsatz sein.

"Es ist schwer, den illegalen Straßenverkauf komplett zu unterbinden", so Isern weiter, " wenn du an einer Stelle Druck machst, verlagert sich das Geschehen an eine andere Stelle." Außerdem lasse die Gesetzeslage kein härteres Durchgreifen zu, weil es sich dabei lediglich um ein Vergehen handelt. Neben den illegalen Händlern bereiten an der Playa vor allem Hütchenspieler und Prostituierte Probleme. (zap)

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