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Mit fast sieben Jahren Verspätung zieht der Fluglotsenstreik im Dezember 2010 auf Mallorca doch noch juristische Konsequenzen nach sich.

Der Prozess gegen 82 Lotsen soll demnächst beginnen, die Staatsanwaltschaft fordert bis zu vier Jahre Haft für einige von ihnen. Zudem hat das Gericht die Einzahlung einer Kaution in Höhe von drei Millionen Euro angeordnet. Pro Person werden die Lotsen also im Schnitt mit etwa 40.000 Euro zur Kasse gebeten.

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Das Geld ist zur Entschädigung von Passagieren vorgesehen. 279 Personen hatten Ansprüche geltend gemacht und können im Schnitt mit 3000 Euro rechnen, falls im Verfahren die Anklage obsiegt. Ein Mann, der wegen des wilden Streiks nicht an der Beerdigung seiner Mutter auf dem Festland teilnehmen konnte, soll sogar 60.000 Euro erhalten.

Den Fluglotsen, die einen beamtenähnlichen Status haben, wird Arbeitsverweigerung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen, da sie sich reihenweise krank gemeldet oder ihre Posten verlassen hatten und damit den Flugverkehr einen Tag lang komplett zum Erliegen brachten. Erst als der zivile Ausnahmezustand in Kraft trat, konnte die Situation wieder unter Kontrolle gebracht werden. Mallorca war von der spanienweiten Aktion besonders stark betroffen. (mic)