Protestaktion der Gay- und Lesbenvereinigung "Ben Amics" in Palma. | JAUME MOREY

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“Männer haben einen Penis, Frauen eine Vulva. Lass dich nicht täuschen”, steht auch dem orange farbigen Bus, mit dem die Erz-katholischen Organisation “HazteOír” (verschaff dir Gehör) seit Wochen Schlagzeilen in den spanischen Medien macht. Am Freitag soll der Bus, der unter anderem schon in Madrid, Barcelona und Alicante war, in Palma Halt machen.

Der Verein will mit der Anti-Transgender-Aktion gegen die "Homosexualisierung der Gesellschaft" und gegen die "Frühsexualisierung von Kindern in Bildungseinrichtungen" mobilisieren. Damit stößt die Organisation gerade im liberalen Spanien auf viel Widerspruch: Nationale Medien betiteln das Fahrzeug als "transphoben Bus", in Madrid wurde er gestoppt, “ein klarer Fall von Diskriminierung” hieß es von Seiten der Stadt.

Die Vereinigung “Ben Amics”, die sich für die Rechte von Homo- und Transsexuellen auf den Balearen stark macht, hat zu einer Protestaktion am Freitag um 18.30 Uhr in der Calle del Bisbe Maura aufgerufen, berichtet die mallorquinische Tageszeitung Ultima Hora. Der designierte Bürgermeister Toni Noguera von den regionalistischen Sozialisten (Més) hat den Bus zu einem "unerwünschten Fahrzeug” erklärt.

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Erst vor wenigen Wochen hat das Balearen-Parlament ein Gesetz verabschiedet, das die Rechte von Lesben und Schwulen sowie Bi- und Transsexuellen (Englisch: "LGBT") garantiert und sie vor Anfeindung schützt. Das Regelwerk war von dem Linkspakt auf den Weg gebracht worden.