Rathaus legt fest: Doch keine Kanalisation in Cala Pi

| Cala Pi, Llucmajor, Mallorca |
Die Luftaufnahme zeigt den Kernort von Cala Pi.

Die Luftaufnahme zeigt den Kernort von Cala Pi.

Foto: Jaume Morey

Zwei Urbanisationen in Cala Pi müssen auch in Zukunft ohne Kanalisation auskommen. Der bei deutschen Residenten beliebten Küstenort im Süden von Mallorca steht teilweise auf einem porösen Untergrund mit vielen Höhlen, die Wasser bis zum Meer führen. Technische Gutachten haben sich deshalb gegen den Bau einer unterirdischen Kanalisation ausgesprochen.

Betroffen sind die beiden Wohngebiete Vallgornera Nou und Pas de Vallgornera. Das Rathaus von Llucmajor hat die genannten Urbanisationen jetzt von der Pflicht entbunden, dort den Bau eines Kanalisationsnetzes zu finanzieren. Stattdessen müssen die Wohnhäuser über moderne Sickergruben verfügen, in denen das Abwasser gesammelt und bei Bedarf per Tanklastwagen abgepumpt wird.

Im Gemeinderat von Llucmajor haben alle Parteien einstimmig der Änderung des Flächennutzungsplanes zugestimmt, der die Ortsteile von der Pflicht zum Bau einer Kanalisation befreit. Die Änderung liegt nun 45 Tage aus und muss anschließend vom Inselrat abgesegnet werden.

Die Höhle von Vallgornera befindet sich im Untergrund der Wohnsiedlung.

Im Untergrund von Vallgornera liegt eine der größten Höhlen der Insel. Forscher befürchten, dass aus den traditionellen Abortgruben Schmutzwasser in das Höhlensystem eindringen könnte. Aus diesem Grunde müssen die heutigen Sammelbehälter in der Regel aus Kunststoff und vor allem dicht sein. (as)

Kommentar

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Büronix / Vor über 3 Jahren

Bei uns in D würde es wie folgt weitergehen : Irgend wann kommt die Aufforderung , die vorhandene Sickergrube durch eine zugelassene Fachfirma prüfen zu lassen . Die beurteilt dann Dichtigkeit , zukünftige Leckagesicherheit , Standfestigkeit , Sicherheit gegen Überlaufen usw. . Festgestellte Mängel sind innerhalb einer Frist durch eine zugelassene Fachfirma zu beheben . Beim Kauf einer Immobilie in der betreffenden Gegend muss der Verkäufer darauf hinweisen , dass ggf. eine Belastung durch verordnete Baumaßnahmen ansteht . Man erfährt das auch durch Nachfrage beim zuständigen Amt - bei uns in D .

Fäkalico / Vor über 3 Jahren

Es besteht überhaupt kein Grund zur besonderen Freude über diese Entscheidung . Ein entsprechend dimensionierter , technisch zulässiger Stapeltank für Kackbrühe kostet auch dickes Geld . Und da aus optischen Gründen die oberirdische Aufstellung meistens nicht in Frage kommen wird , sind auch Kosten für das Verbuddeln des Tankes zu berücksichtigen . Da kommt ganz mächtig etwas zusammen .

OnlyTheFinest / Vor über 3 Jahren

...ja das dachte ich mir auch gerade...

Tuttifrutti / Vor über 3 Jahren

Das sollte sich das Rathaus in Capdepera auch mal überlegen