Die Intensivstationen auf den Balearen haben in den vergangenen sieben Tagen fast 30 Prozent weniger Covid-Patienten verzeichnet. | Miquel Àngel Cañellas

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Die Entwicklung der Coronalage auf Mallorca und den Nachbarinseln gibt - unter Vorbehalt - Anlass zu Hoffnung. "Wir müssen aber weiterhin sehr vorsichtig sein", sagte der Sprecher des Ausschusses für Infektionskrankheiten auf den Balearen, Javier Arranz, im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag.

Der Archipel ist nach Arranz' Worten auf dem Weg, die Kurve der zweiten Welle der Pandemie absinken zu lassen. Eine der wichtigsten Indikatoren sei die rückläufige Inzidenz der vergangenen 14 Tage. Die Daten seien "sogar gut", mit Ausnahme von Ibiza.

(Die 14-Tage-Inzidenz für die Balearen betrug nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums am Freitag 139,7.)

Wie Arranz weiter ausführte, ist die Positivitätsrate auf 3,59 Prozent gesunken. Sie komme damit den von europäischen Behörden empfohlenen Werten sehr nahe.

(Die Positivitätsrate ist der Prozentsatz der positiven Tests im Vergleich zu allen PCR-Tests, die in einem bestimmten Zeitraum vorgenommen werden. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt in einem im Mai veröffentlichten Dokument, dass dieser Indikator unter 5 Prozent bleiben sollte.)

Auch die Zahl der täglich registrierten PCR-Test mit positivem Ergebnis ist innerhalb einer Woche von mehr als 130 auf 89 gesunken, sagt Arranz. Dies sei ein deutlicher Rückgang, der anzeigt, dass die Behörden dabei sind, Masseninfektionen unter Kontrolle zu bringen.

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"Die Botschaft lautet nach wie vor: zu Hause zu bleiben, unnötige Reisen so weit wie möglich vermeiden, soziale Kontakte einschränken", sagte die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez, die ebenfalls bei der Pressekonferenz anwesend war.

Eine Folge der Entwicklung sei, dass der Druck auf das staatliche Gesundheitssystem allmählich sinke, was den medizinischen Fachkräften eine gewisse Atempause verschaffe. An diesem Punkt wies Arranz darauf hin, dass die Zahl der von Covid-19-Patienten belegten Betten auf den Intensivstationen sich innerhalb einer Woche insgesamt um 30 Prozent verringerte.

Wie der Experte weiter ausführte, wurden in der vergangenen sieben Tagen 14 neue Ausbrüche entdeckt. Im Zeitraum davor seien es 38 gewesen. Die Ansteckungen wurden im sozialen und familiären Umfeld registriert - die Hälfte von ihnen auf Ibiza, 6 auf Mallorca - die meisten davon, vier, in Seniorenheimen.

Arranz wies darauf hin, dass im Falle der Altenheime bereits das Vorhandensein eines einzigen positiven Falles als Infektionsherd bewertet wird, um die Situation viel schneller in den Griff zu bekommen.

Was die Seniorenheime betrifft, stellte Ministerin Gómez ebenfalls eine Verbesserung der Lage fest: Am 18. September gab es 256 erkrankte Bewohner. Am Freitag, 2. Oktober, waren es 135, also 47,2 Prozent weniger. Gómez räumte ein, dass in jenem Zeitraum 30 Altenheimbewohner gestorben seien. Seit Beginn der Pandemie erlagen insgesamt 151 Heimbewohner der Infektion.

Vor diesem Hintergrund dürfe man in der Wachsamkeit nicht nachlassen, sagte Arranz. "Wenn wir wollen, dass die Zahlen weiterhin sinken, müssen wir an allen Maßnahmen festhalten, wie etwa an der Einschränkung der sozialen Kontakte." Andernfalls, so warnte er, könnte Bilder wiederkehren, wie man sie aus anderen Teilen Spaniens kennt. Auch schloss er eine Rückkehr zu Abriegelungen von Vierteln und Orten nicht aus.

In Bezug auf die Maßnahmen in Palmas Wohnviertel Arquitecte Bennàssar vertrat Arranz die Ansicht, dass die jetzt beschlossene Lockerung der Mobilität "eine wichtige Erleichterung" für die Bürger sei. Zur Frage, in welchen Bereichen die geltenden Beschränkungen aufzuheben seien, sagte Arranz, dass diese Entscheidungen in Ruhe zu treffen seien. "Wir wollen vorsichtig sein und die Einschränkungen in ruhiger und besonnener Weise lockern", so der Arzt.