Vor der Küste der Balearen werden immer wieder tote Kühe aufgefunden.

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Im vergangenen Jahr wurden wiederholt tote Kühe an den Küsten vor Mallorca treibend im Meer entdeckt. Immer wieder standen Landwirte im Verdacht, ihre verendeten Tiere im Meer entsorgt zu haben. Doch dem ist nicht so, wie Recherchen der spanischen MM-Schwesterzeitung Ultima Hora ergeben haben.

Demnach handelt es sich um Tiere, die bei Viehtransporten über das Meer gestorben sind und dann einfach über Bord geworfen werden. In der Regel handelt es sich um Rinder aus Lateinamerika, die in großen Mengen per Schiff durch den Suez-Kanal in den Orient und nach Asien verfrachtet werden. Bei diesen Transporten kommt es offenbar immer wieder vor, dass Tiere bei der langen Überfahrt zu Tode kommen.

Nach den internationalen Seefahrtbestimmungen sind die Regeln für solche Fälle eindeutig: Tote Rinder müssen zerlegt und in einzelnen Teilen über Bord geworfen werden. Auf diese Weise gingen die Rinderstücke rasch unter. Dies dürfe zudem nur mindestens 100 Seemeilen von der Küste entfernt geschehen. Doch offenbar halten sich die Transporteure nicht an diese Regeln.

Wird ein Tierkadaver nicht zerteilt, bilden sich im Inneren Faulgase. Die Kuh treibt dann an der Wasseroberfläche. 2020 wurden vier tote Rinder vor Mallorca entdeckt, drei in der Gegend von Cala Rajada und eines bei Palma. Weitere Fälle sind auch von den Nachbarinseln bekannt: Auf Formentera wurden allein im März 2020 die Überreste von drei Kühen an Land gespült.