Guardia Civil wollte negativ getestete Schüler auf Mallorca zunächst nicht ins Corona-Hotel bringen

| Mallorca |
Die Guardia Civil brachte die Schüler aus Arenal zum Corona-Hotel.

Die Guardia Civil brachte die Schüler aus Arenal zum Corona-Hotel.

Foto: Ultima Hora

Die Überführungaktion von Hunderten spanischen Abschlussschülern am Wochenende ins Corona-Hotel am Paseo Marítimo in Palma de Mallorca wirft zunehmend Fragen auf. Als sich die Teenager weigerten, die Polizisten der Guardia Civil zu begleiten, hätten diese Zweifel an der Legalität der Maßnahme bekommen und die Anweisungen schriftlich vom Gesundheitsministerium eingefordert, so die MM-Schwesterzeitung Ultima Hora am Freitag.

Erst dann seien auch negativ getestete Schüler gezwungen worden, unter anderem aus Hotels in Arenal mit zum Bellver zu kommen. Daraufhin habe die Staatsanwaltschaft der Balearen die Maßnahme als illegal bezeichnet, so dass Blatt. Am Mittwochabend wurde diese Meinung von einer Richterin des obersten Inselgerichts bestätigt, was in der sozialistisch geführten Regionalregierung zu emotionalen Reaktionen führte.

Diejenigen, die schriftliche Anweisungen zum Abtransport der Jugendlichen erteilt hatten, müssen jetzt mit strafrechtlichen Konsequenzen wegen illegaler Freiheitsberaubung rechnen.

Auch wegen der Abriegelung des Corona-Hotels kam es offenbar zu Spannungen zwischen der auf Legalität pochenden Nationalpolizei und Guardia Civil sowie der Verwaltung. Die Ordnungshüter pochten den Recherchen von Ultima Hora zufolge darauf, den Schülern zeitweise Ausgang aus dem Hotel zu gewähren, die Regierung war dagegen.

Am Ende durften die negativ getesteten 181 Schüler das Hotel verlassen und auf das spanische Festland zurückfahren. 14 zunächst negativ getestete Teenager wurden bei der Ankunft in Valencia dann positiv getestet.

Kommentar

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5342 / Vor 5 Monaten

Freiheitsberaubung in ca. 181 Fällen? Das geht für die Unterzeichner nicht gut aus, jeder Fall wird einzeln beurteilt plus zivilrechtliche Konsequenzen. Bravo, so funktioniert Demokratie. Die Polizei hat zu Recht remonstriert.

Michael Düsseldorf / Vor 5 Monaten

Bravo !!! Immer erfreulich, wenn Staatsbeamte selbstständig denken und die Legalität ihrer Gewalt prüfen. Deshalb wird es mit solchen Leuten auch keine "Rheinwiesenlager" geben :-))

M / Vor 5 Monaten

Eigenartiges Rechtsverständis ... Ist das für die spanische Polizei typisch?

Sven / Vor 5 Monaten

Da sieht man wie Frau Armengol tickt und was diese katastrophale Regierung als Ziel hat.

Die Staatsanwaltschaft scheint wach geworden zu sein. Hoffentlich weiter so, dass diese Frau endlich gestoppt wird.

Jacqueline / Vor 5 Monaten

Überall macht sich verhalten Unmut breit, Polizei und Justiz sind nur einige davon. Wie lange will man uns noch unter solchen Illegalen Anordnungen bestrafen. Die ganzen Inselbewohnen haben sich an alle Regeln gehalten die letzten 15 Monate damit wir wieder etwas Freiheit kriegen. Dann lässt man eine ganze Horde jugendlicher (nicht böse gemeint, war auch mal jung) auf die Insel ohne jeglichen Test oder Impfung. Und jetzt haben wir den Salat, die Inzidenz ist so rapide gestiegen, dass wir gar nicht nachkommen mit zählen. Da hat die Regierung kläglich versagt unter der Dame Armengol. Schämen Sie sich, was Sie den Menschen hier antun und wie Sie die veräppeln. Danke Justiz und Polizei, dass Sie langsam auch aufwachen.