Noah Becker neben einem seiner Streifenbilder. In ihm spiegelt sich die Straight-Edge-Phase des Künstlers wider.

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„Pros & Cons of Being A Spoiled Brat“ hat Noah Becker seine Ausstellung überschrieben. Eröffnet wird sie diesen Freitag, 13. August, in den neuen Räumlichkeiten der Gerhardt Braun Gallery an der Plaça Chopin in Palma.

„Pros & Cons of Being A Spoiled Brat“ das heißt ins Deutsche übersetzt „Für und Wider, ein verwöhntes Balg zu sein“. Ein ironischer Verweis auf seine Herkunft aus einem berühmten Elternhaus? „Ich sehe mich eigentlich nicht als ein verwöhntes Balg“, antwortet Becker, „aber ich mag Humor und bringe ihn auch gern in meine Kunst.“

Bei Gerhardt Braun präsentiert der 27-jährige Künstler brandneue Bilder sowie Werke, die Anfang des Jahres entstanden sind. Über seine Kunst sagt er, dass sie oft wie eine Therapie für ihn sei. Gefühle, Gedanken, Erlebtes, all dies fließt in sie hinein.

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In geradlinigen Streifenbildern spiegelt sich etwa das wider, was Becker als „Straight-Edge-Phase“ bezeichnet. „Ich habe für meine Gesundheit und für die Umwelt viele Schnitte gemacht. Ich rauche nicht, trinke nicht, esse kein Fleisch und keinen Fisch, trinke keinen Kaffee mehr“, beschreibt er seinen derzeitigen Lebensstil. In diesem Sinne entsprechen die geraden Striche in seinen Werken einem Kurshalten, um sich nicht durch Versuchungen von ihm abbringen zu lassen.

Seine Werke beschreibt er auch als „Karten von Umgebungen, in denen ich mich aufhalte, Menschen, die ich treffe, und Ideen, die ich entwickelt habe“. Dabei handelt es sich eher um Gefühle, Erfahrungen und Erinnerungen als um reale Orte.

Und es handelt sich um Musik. Denn Becker ist beides, Künstler und Musiker. „Jeden Tag einen neuen Beat oder ein neues Bild“, beschreibt er seinen „Alltag zwischen proben und kreieren“. Und wäre es nach ihm gegangen, hätte er in Palma beides mit einer Performance verbunden. „Ich probiere immer, Musik und Kunst auf eine Bühne zu stellen“, sagt er. Doch wegen der pandemiebedingten Einschränkungen war das nicht möglich. Sei‘s drum. Für diesmal. „Wir machen das Beste daraus, weil es überhaupt eine Ehre ist, etwas in dieser krassen Zeit machen zu können.“

Die Vernissage beginnt um 20 Uhr, der Künstler wird anwesend sein. Eine Anmeldung bei gallery@gb-gallery.es ist erforderlich.