Auf den den Balearen würden 84.238 Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben, wenn die Rente ihr einziges Einkommen wäre. | Daniel Espinosa

Das luxuriöse Hochglanz-Mallorca steht in hartem Kontrast zur Situation vieler Rentner. Laut der staatlichen Beobachtungsstelle des Europäischen Netzwerks zur Bekämpfung der Armut, EAPN-Spanien, enthält die Hälfte von ihnen Leistungen, die unter dem Mindestbetrag zur Vermeidung von Armut liegt.

Konkret würden auf den Balearen 84 238 Menschen unterhalb der Armutsgrenze leben, wenn die Rente ihr einziges Einkommen wäre. Das entspricht 42,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. 35.731 Rentner bekommen EAPN-Spanien zufolge gar weniger als 458 Euro, was als Schwellenwert für schwere Armut gilt.

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Besonders hervorzuheben sind die Witwenrenten: 28.406 von insgesamt 44.676 Empfängerinnen erhalten Bezüge, die unter der Armutsgrenze liegen. 14.220 Witwen erhalten eine Rente, deren Betrag unter der Grenze der schweren Armut liegt.Im Vergleich zu den Rentnern EAPN-Spanien, hätten jedoch weit weniger Frauen diese Rente als einziges Einkommen, so dass sie im Allgemeinen als Ergänzung betrachtet wird.

Unterdessen wollen die auf den Balearen tätigen Banken damit beginnen, Rentnern, die älter als 65 Jahre sind, sogenannte Umkehr-Hypotheken zu gewähren, die auch als „Immobilien-Rente“ bezeichnet wird. Im Gegenzug für das steuerfreie Darlehen, das durch die eigene abbezahlte Immobilie gesichert sind, erhalten sie so ein zusätzliches monatliches Einkommen.

Laut der staatlichen spanischen Statistikbehörde INE liegt auf Mallorca und seinen Nachbarinseln der Prozentsatz älterer Menschen, die Eigentümer hypothekenfreier Wohnungen sind, bei über 87 Prozent.