Urteil fast vier Jahre nach Urlaubertragödie am Es-Trenc-Strand

| | Kommentieren

Der Angeklagte Miguel Ángel R. B. mit seiner Schwester vor Gericht. Sein Anwalt fordert einen Freispruch.

Ein Gericht in Palma de Mallorca hat einen Bootsfahrer, der im Jahr 2018 vor dem Strand von Es Trenc zwei deutsche Urlauber überfahren und schwer verletzt hatte, zu zwei Jahren Haft verurteilt. Außerdem muss er seine Opfer mit 1,8 Millionen Euro entschädigen.

Die Sonne neigte sich dem Horizont entgegen, als für zwei deutsche Mallorca-Urlauber am 27. Juli 2018 die Welt zusammenbrach. Abends gegen 19.30 Uhr waren die damals 20 und 26 Jahre jungen Bundesbürger mit einem elektrisch angetriebenen Seabob unterwegs, um das türkisblaue Wasser vor dem berühmten Es-Trenc-Strand zu genießen – 300 Meter von der Küste entfernt.

Alles war so schön, bis ein Motorbootfahrer, der Insulaner Miguel Angel R. B. mit – wie er selbst zugibt – knapp unter 40 Stundenkilometern zwischen ankernden Schiffen über sie hinwegfuhr. Er war auf dem Weg zum Yachthafen von Sa Ràpita. Beide Deutsche gerieten in die Schraube, einer verlor einen Arm, ein anderer ein Bein. Im Inselkrankenhaus Son Espases kämpfte man stundenlang um ihr Leben. Zeugen nahmen die Tragödie wahr, als der Motor unversehens stockte.

Der Anwalt des Angeklagten hatte einen Freispruch für seinen Mandanten gefordert.

(Aktualisiert um 15.09 Uhr)

Kommentar

Um einen Kommentar schreiben zu können, müssen Sie sich registrieren lassen und eingeloggt sein.

* Pflichtfelder

Marcel / Vor 15 Tage

„Zwei Jahre“ könnten auch in Spanien (gereade noch!) zur Bewährung ausgesetzt worden sein? (Der Angeklagte ist ja auf der Insel bestens vernetzt). Die diesbzgl. Entscheidung des Gerichtes wäre auch interessant, zumindest für alle Bootsführer