Nicola (l.) und Mario Decandia bei einer gemeinsamen Weihnachtsreise in Sidney. | Privat

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Durch einen Freund auf Mallorca hatte Nicola Decandia noch in derselben Nacht und als Erster der Familie vom tödlichen Unfall erfahren: Nicola Decandia ist der Bruder von Mario Decandia (36), der in der Nacht von vergangenem Mittwoch auf Donnerstag auf der Flaniermeile Passeig Sagrera in Palmas Innenstadt von einem Polizeiauto überfahren wurde und dabei ums Leben kam. Von seinem Wohnort Sardinien aus gab er der MM-Schwesterzeitung „Ultima Hora“ gestern ein Interview.

Die Frage, ob die Hinterbliebenen eine Anzeige gegen die Ortspolizei von Palma oder die Stadtverwaltung stellen wollen, beantwortete er so: „Ich kenne die spanische Gesetzgebung nicht und weiß nicht, wie das bürokratische Verfahren in diesen Fällen aussieht. Es scheint mir normal zu sein, dass die Anzeige von Amts wegen gestellt wird, wenn man bedenkt, dass es sich um einen gewaltsamen Tod handelt.“

Bei dem Unfall war ein Ortspolizist mit seinem Streifenwagen von der Straße abgekommen und erfasst auf dem Fußgängerweg drei Personen. Mario Decandia überlebte den Unfall nicht. Ein Schweizer (25) und eine Polin (35) wurden schwer verletzt.

Die Frage, ob die Hinterbliebenen eine Anzeige gegen die Ortspolizei von Palma oder die Stadtverwaltung stellen wollen, beantwortete der Bruder des Opfers so: „Ich kenne die spanische Gesetzgebung nicht und weiß nicht, wie das bürokratische Verfahren in diesen Fällen aussieht. Es scheint mir normal zu sein, dass die Anzeige von Amts wegen gestellt wird, wenn man bedenkt, dass es sich um einen gewaltsamen Tod handelt.

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Decandia stellte allerdings klar, dass seine Familie keine Rache wolle, sondern die Wahrheit. „Die örtliche Polizei und die Stadt Palma sind nicht unsere Feinde.“

Auch von einer Entschädigung wolle die Familie nichts hören: „Der Schmerz des Verlustes heilt nicht, und weder Beweise noch Entschädigung oder irgendetwas anderes werden meinen Bruder zurückbringen.“

Im Interview bemängelte „ein undurchsichtiges Szenario mit Aussagen zu sein, die sofort dementiert werden“. So sei unklar, ob das Polizeiauto mit Blaulicht und Sirene fuhr, „ob es sich um einen Notruf handelte oder einfach nur um Leichtsinn, und ob der Alkohol im Auto auftauchte oder verschwand.“ Auch der Umstand, dass Kollegen des Fahrers am Tatort als erstes das Auto durchsuchten, werfe Fragen auf. „Wonach suchten sie? Wurden die Polizisten in ein Krankenhaus gebracht, um den Alkohol- und Drogentest zu überprüfen oder nicht?“

Mittlerweile hat die Guardia Civil die Ermittlungen zum Unfallhergang übernommen. „Wir vertrauen voll und ganz auf maximale Transparenz seitens der Behörden“, erklärte Decandia. „Wir sind die ersten, die Fehler machen, und wir haben kein Interesse daran, das Leben anderer zu ruinieren. Wenn die Polizei einen Fehler macht, werden wir als Menschen diesen Fehler akzeptieren und mit unserem Schmerz weiterleben.“ Eben unter dieser Bedingung: „Dass die Wahrheit bekannt wird.“

In den kommenden Monaten will die Familie des Verstorbenen nach Mallorca reisen. Derzeit gehe es ihr jedoch darum, den Leichnam so schnell wie möglich rückführen zu lassen und ihn zu beerdigen“, erklärte Decantia. Auf die Frage, ob er Beileidsbekundungen von den Behörden der Insel erhalten hat, sagte er: „Ich wurde am folgenden Nachmittag, 16 Stunden nach dem Unfall, über einen Dolmetscher von der örtlichen Polizei kontaktiert, um den Unfall und den Tod zu bestätigen.“