Die Polizei auf einem Flüchtlingsboot vor der Küste Mallorcas. | National-Polizei

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Die spanische Nationalpolizei hat auf Mallorca vier Personen wegen der mutmaßlichen Begünstigung zur illegalen Einwanderung und wegen des Verdachtes auf Zugehörigkeit zu einer kriminellen Vereinigung verhaftet. Die Beschuldigten sollen versucht haben, mit Flüchtlingen an Bord ihrer Boote an Mallorcas Küste anzulanden. Bootslenker sowie Passagiere sollen nach Angaben der Polizei aus Nordafrika stammen.

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Die Boote wurden an der Cala Figuera bei Santanyí sowie auf der Insel Cabrera von den Beamten festgesetzt. Insgesamt befanden sich neben den Schleusern 49 Menschen an Bord. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Überfahrt im Norden Algeriens begonnen und je nach Route und Bootstyp zwischen 30 und 48 Stunden gedauert haben soll. Aufgrund des schlechten Zustand des Materials sowie den mangelhaften Navigationskenntnissen der Schmuggler sei es immer wieder zu lebensgefährlichen Situationen für die Reisenden gekommen.

Die Passagiere wurden zunächst vom Roten Kreuz versorgt und sagten bei einer anschließenden Vernehmung aus, dass die Überfahrt zwischen 1500 und 2000 Euro pro Person gekostet habe. Das Ziel sei zudem nicht Mallorca, sondern die Weiterreise in andere europäische Länder gewesen. Die Behörden prüfen derzeit die Asylanträge der Passagiere. Die mutmaßlichen Menschenschmuggler wurden aufgrund der eindeutigen Ermittlungsergebnisse bereits an die zuständigen Justizbehörden überstellt.