Die Balearen-Regierung legte bestimmte Schon-Zeiten für die Jagd auf die unterschiedlichen Tierarten fest. | SYLVANA RASCHKE

Die vergangene Saison war für die Jagdliebhaber auf der Insel erfreulich. Trotzdem haben die Weidmänner auch Anlass zu klagen, denn die Populationen einiger Tierarten wie Hasen und Wachteln hätten rückläufige Zahlen. Zudem sei die Verbreitung von Kaninchen im Allgemeinen auf Mallorca sehr unterschiedlich – so seien sie, wie die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" berichtet, in Pollença kaum noch präsent, in den Gemeinden Sineu und Maria de la Salut sei die Anzahl aber gestiegen. In den vergangenen Jahren litten die hasenartigen Tiere unter den Folgen der Myxomatose, einer Pockenart, die ausschließlich unter Haus- und Wildkaninchen auftritt.

Der balearische Jagdverband hat eine Umfrage unter über 100 Jägern aus verschiedenen Teilen der Insel durchgeführt, um genauere Daten zum Bestand der Tiere zu erfassen. Mit erfreulich hohen Zahlen sticht die Drossel-Population heraus, wobei die Gegend um Santanyí und Teile der Serra de Tramuntana hierbei eine Ausnahme bildeteten. Zudem wurde auch ein hohes Aufkommen von anderen Vogelarten registriert, darunter Rebhühner, Ringeltauben und Turteltauben. Auch Wildziegen würden häufig vorkommen, die in der Serra de Tramuntana gejagt werden. Die Waldschnepfe sei sehr unregelmäßig anzutreffen gewesen, was mit den Schneefällen in der Gebirgskette zusammenhängen kann.

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Am meisten Sorge würde den Jägersmänner das Verschwinden der Feldhasen bereiten, was seit Mitte 2020 durch das Auftreten der Myxomatose bedingt ist. Der Inselrat hat daher die Jagd auf diese Tiere mit Schrotflinten untersagt, und nur noch einige, bestimmte Arten dürften noch gejagt werden. Auch die Abnahme der Wachtel-Population beschäftigt den Jagverband,- so heißt es in einem kürzlich veröffentlichten Bericht: "Der Rückgang der Wachteln ist besorgniserregend, zumal es auf der Insel viele Regionen gibt, die sich von den Bedingungen her hervorragend als Lebensraum für diese Tiere eignen würden." Zu den Faktoren, die zu dem Wachtelschwund führen könnten, gehören die Zunahme von wilden Katzen, invasiven Schlangen und Raubvögeln. Auch die Trockenheit und Dürre im Sommer sowie eine aggressive Landwirtschaft, die die Lebensräume der Vögel zerstört, würden hinzukommen.

Der Jagverband teilte auch mit, dass Jäger Aktivitäten durchführen würden, um günstigere Lebensbedingungen für die bedrohten Tiere zu schaffen. So würden sie invasive Schlangen fangen, Wassertränken auffüllen, Abfälle vom Feld sammeln, Futter für die Tiere aussäen und Wege säubern, sowie Höhlen für Tiere bauen, um Rebhühner und Kaninchen wieder anzusiedeln.