Wildparker sollen mit Absperrungen abgeschreckt werden. | Ultima Hora

Das Problem war hinreichend bekannt. Um ein paar Euro Gebühren zu sparen, pflegten Autofahrer beim Abholen ihrer Flughafengäste meist vor den Schranken der Express-Parkzone an Palmas Airport zu halten. Und zwar irgendwie in zweiter Reihe entlang der rechten Fahrspur, mit eingeschaltetem Warnblinker, und nicht selten unter laufendem Motor. Der Grund: Zwar ist die Benutzung der Express-Parkzone für 15 Minuten kostenlos, aber man weiß ja nie genau, wie lange der Besuch tatsächlich braucht, um vom gelandeten Flieger bis zum abholenden Auto zu gelangen. Die Folge waren sich nicht selten wiederholende Staus an der Zufahrt zum Airport-Parkhaus. Wer den Express-Parking-Bereich nutzen wollte, hatte oftmals Schwierigkeiten, ohne Hupen und Generve überhaupt dorthin zu gelangen.

Doch damit ist jetzt Schluss. So schien es zumindest noch vor einer Woche, nachdem die Flughafenverwaltung auf die vermeintlich pfiffige Idee kam, die zum illegalen Schnellpark-Streifen verkommene rechte Zufahrtspur mit rot-weißen Plastikblöcken zu sperren. Der Plan ging jedoch in die Hose. Und zwar richtig. Statt nun gezwungenermaßen auf den Express-Parkplatz zu fahren, hielten die sparfüchsigen Airport-Abholer jetzt einfach links neben der Absperrungslinie und verengten damit umso mehr die Zufahrt zum Parkhaus und der Kurzparkzone. Zwar versuchten dafür abgestellte Flughafen-Security-Angestellte in den vergangenen Tagen, Autofahrer vom Parken an der Zufahrt abzuhalten, gaben das Bemühen jedoch schnell wieder mit der Begründung auf, dass sie dafür weder Zeit noch die rechtlichen Kompetenzen von Verkehrspolizisten hätten.

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Ähnlich gesetzlos ging es vor und während der Osterreisetage auch am Taxi-Stand des Flughafens zu. Dort kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den offiziellen Taxistas und Privat-Chauffeuren, die in der Regel ohne irgendeine Beförderungslizenz Gäste zum Airport brachten oder dort abholten. Auch in diesem seit vielen Jahren während der Urlaubssaison wiederkehrende Konflikt sucht man Ordnung schaffende Gesetzeshüter vergeblich. Grund: Während das Flughafen-Gebäude selbst als staatliches Hoheitsgebiet von Spanien gilt, das von Gesetz her und rund um die Uhr durch Beamte der Nationalpolizei geschützt und kontrolliert werden muss, ist alles außerhalb der Eingangstüren des Airports in gewisser Weise rechtliches Niemandsland.

Die Betreibergesellschaft Aena argumentiert dabei seit vielen Jahren, dass die Gemeinde Palma, in deren Gebiet der Flughafen liegt, dort auch für Ruhe und Ordnung zu sorgen hätte. Und damit in der Verantwortung stehe, eine permanente Polizeipräsenz zu gewährleisten. Im Rathaus von Palma wiederum will man von so einer Forderung nichts wissen. So definiert die Stadtverwaltung den Flughafen und seine darum herum gebauten Infrastruktureinrichtungen wie Parkhäuser, Abstellplätze oder Zufahrtsmöglichkeiten als alleinigen Verantwortungsbereich des Konzessionsunternehmens Aena. Sehr wohl würde man auf Wunsch Beamte der Policía Local zur permanenten Regelung des Verkehrs oder für andere Sicherheitsaufgaben abstellen, allerdings müsste Aena dann die Kosten tragen.

Ob und wie diese Uneinigkeit gelöst werden kann, ist offen. Klar ist nur, dass die mangelnde Polizeipräsenz rund um den Airport aus sicherheits- und verkehrstechnischen Gründen im Zuge des zu erwartenden Passagier-Booms zu weiteren chaotischen Situationen führen wird.