Das Pfarrehepaar Martje Mechels und Holmfried Braun betreute im vergangenen Jahr bereits die inhaftierten Kegelbrüder | mais

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Der evangelische Pfarrer Holmfried Braun, der hier auf Mallorca im vergangenen Jahr bereits die Kegelbrüder im Gefängnis betreute, sieht auf die jetzt inhaftierten deutschen Tatverdächtigen einer Gruppenvergewaltigung eine schwere Zeit zukommen. "Der Entzug der Freiheit ist immer eine psychologisch schwierig zu verarbeitende Sache. Außerdem ist eine Untersuchungshaft sicher für jeden Menschen eine schwere Zeit", erklärt der Geistliche im Gespräch mit MM.

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Des Weiteren seien die Haftbedingungen momentan besonders hart. "Das Gefängnis entspricht im Allgemeinen einem guten europäischen Standard. Allerdings war ich erst in der vergangenen Woche dort und in den Zellen hat es derzeit mitunter 40 Grad Celsius Lufttemperatur." Besonders die ersten Tage seien schwer, das habe die Erfahrung mit den Kegelbrüdern und anderen deutschen Häftlingen in der Vergangenheit gezeigt. "Die jungen Männer haben keine Möglichkeit der Kommunikation nach Außen. Keine Möglichkeit, sich bei Freunden und Verwandten zu melden. Zusätzlich kennen sie die Abläufe in der Haftanstalt noch nicht und das sorgt normalerweise in den ersten Tagen für große Unsicherheit."

Pfarrer Braun hatte im vergangenen Jahr die Kegelbrüder durch ihre achtwöchige Untersuchungshaft hier auf Mallorca begleitet. Zu dem aktuellen Fall der Tatverdächtigen einer Gruppenvergewaltigung habe man ihn beziehungsweise die evangelische Gemeinde noch nicht kontaktiert. "Im Normalfall dauert es einige Tage, bis das Konsulat oder Verwandte sich an uns wenden. Das ist bisher noch nicht geschehen." Gewöhnlich, so erklärt Pfarrer Braun weiter, seien die Tatverdächtigen sowie die Behörden in den ersten Tagen der U-Haft mit der Kommunikation zwischen Familie, den Inhaftierten und den Anwälten beschäftigt. "Wir sind für die jungen Männer da und werden helfen, wo wir können, wenn man an uns herantritt."