Initiatoren: Ohne Kasino kein Fünf-Sterne-Hotel an der Playa de Palma

Bauherren wollen dann nur zwei Vier-Sterne-Häuser errichten

Die Fotomontage zeigt, wie das Fünf-Sterne-Hotel einmal in Zukunft aussehen könnte.

Die Fotomontage zeigt, wie das Fünf-Sterne-Hotel einmal in Zukunft aussehen könnte. Der Standort ist etwa auf der Höhe des Strandkiosk "Balneario 5".

Foto: Montage: Ultima Hora

Die Kontroverse um den künftigen Kasinostandort auf Mallorca droht das Projekt für ein Fünf-Sterne-Hotel an der Playa de Palma – es wäre dort das erste dieser Kategorie – zu torpedieren. Sollte die Entscheidung der Auswahlkommission Ende November gegen die Tourismuszone fallen, werden die Bauträger dort nur zwei Vier-Sterne-Häuser errichten.

Das sagte der Präsident der Hotelgruppe Hipotels, Joan Llull, der spanischen MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora". Sollte das Kasino-Vorhaben der mit ihm kooperiererenden Nervión-Gruppe abgelehnt werden, dann müssten die Bauherren das Projekt abändern, und vorerst nur ein Hotel, später dann ein zweites errichten.

Zum Hintergrund: Um die Lizenz für ein zweites Kasino auf Mallorca haben sich drei Unternehmen beworben. Es sind dies der derzeitige Bingo-Spielsalonn beim Oliver Markt in Palma, das Schloss Bendinat bei Calvià sowie das geplantes Luxushotel an der Playa de Palma.

Durch eine Indiskretion ist schon jetzt die vorläufige Punktevergabe der Auswahlkommission des balearischen Wirtschaftsministeriums bekannt geworden. Darin schnitt der Spielsalon in Palma am besten ab. Die Kriterien zur Punktevergabe sind jedoch höchst umstritten und sorgen seit Tagen für Diskussionen. Offiziell will die Kommission ihr Endergebnis am 22. November bekannt geben und begründen.

Nach den Worten des Hipotels-Chefs Joan Llull sieht das eingereichte Projekt an der Playa de Palma den Bau eines Vier-Sterne-Plus-Hotels mit 389 Zimmer sowie den eines Luxushotels mit 200 Zimmern vor. Die Gruppe Nervión will in diesem Komplex ihr Kasino integrieren. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf 70 Millionen Euro.

Der Anwalt der Nervión-Gruppe, Antonio Salvá, widersprach seinerseits Gerüchten, die seit kurzem in Palma kursierten: Dass die Betreiber des ersten Kasinos auf Mallorca – untergebracht in Palmas Einkaufszentrum Porto Pí – bereit wären, in das Luxushotel an die Playa de Palma zu ziehen, sollte das Nervión-Projekt von der Auswahlkommission abgelehnt werden. Ein solcher Umzug wäre wirtschaftlich "Selbstmord", da die Investitionen für das erst 2011 in Porto Pí eröffnete Spielkasino sehr hoch gewesen seien.

Salvá kündigte an, bei der Regierung ein unabhängiges Gutachten einzufordern, das die Kriterien der Auswahlkommission bewerten solle. Im Falle einer Entscheidung der Auswahlkommission gegen den Standort an der Playa de Palma schloss Salvá Klagen nicht aus.

Wie auch immer die Diskussion um Mallorcas zweites Kasino weitergeht, die künftige Entscheidung der Kommission birgt erheblichen Zündstoff, Beobachter rechnen gar mit einem "politischen Unwetter".

"Wir sind beunruhigt darüber, wie sich das entwickelt", kommentierte Palmas Bürgermeister Mateo Isern die Meldungen in "Ultima Hora". Er ließ keinen Zweifel daran, dass das Kasino für die Stadt ein wesentlicher Baustein für die Fortentwicklung der Playa de Palma sei.

Eine Sprecherin des Unternehmens im Schloss Bendinat sagte, der Standort Bingo Balear sei mit den Grundideen der Ausschreibung nicht in Einklang zu bringen.

Zufrieden, wenn auch vorsichtig zurückhaltend, äußerte sich der Repräsentant des Bingo-Theaters: "Noch ist nichts vergeben." Logisch ist die Entscheidung für ihn allemal: "Überall rücken die Kasinos derzeit von der Peripherie in die Zentren."

Das zuständige Wirtschaftsministerium der Balearen wollte keine Stellungnahme abgeben. "Ultima Hora" kommentierte: "Die Balearen-Regierung hat jetzt eine heiße Kartoffel auf dem Tisch."

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