Biotop in der Innenstadt

Zwei Mal pro Woche Ökomarkt in Palma de Mallorca

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Zu den Marktzeiten zwischen 9 und 14 Uhr herrscht auf der Plaza de los Patines eigentlich immer reger Betrieb an den Ständen.

Zu den Marktzeiten zwischen 9 und 14 Uhr herrscht auf der Plaza de los Patines eigentlich immer reger Betrieb an den Ständen.

Zu den Marktzeiten zwischen 9 und 14 Uhr herrscht auf der Plaza de los Patines eigentlich immer reger Betrieb an den Ständen.Domingo Marza von "Mercasana" setzt unter anderem auf glutenfreie Backwaren."Yerbabuena" im Carrer Jeroni Antich ist Mallorcas ältester Bio-Laden.

Wurden biologisch integriert denkende Deutsche um die Jahrtausendwende auf der Insel meist noch etwas mitleidig belächelt, so sind die Mallorquiner mittlerweile selbst auf den Geschmack gekommen, was bewusste Ernährung betrifft. Greifbar ist die Entwicklung vor allem rund um die Plaça Berenguer de Palou im Stadtzentrum von Palma.

Im Volksmund auch "Plaza de los Patines" genannt, beherbergt der Platz im Winkel zwischen Rambla und Carrer Oms seit April 2011 den ersten offiziellen Öko-Markt der Inselhauptstadt. Auf Mallorca ist es neben dem Bio-Bereich des Sonntagsmarkts in Santa Maria und einem jeden Donnerstag stattfindenden Event auf dem Gelände der Balearen-Uni das dritte Forum dieser Art.

Und das mit einigem Erfolg: "Ich verkaufe hier besser als auf dem großen Markt in Santa Maria", sagt Händler Paco Gallardo von der Finca Terra Nova bei Petra. "Der Umgang mit den Kunden ist hier sehr persönlich. Wir bekommen viel positives Feedback von den Leuten", pflichtet ihm Tomeu Morro bei. Er betreibt in Pollença einen Backofen mit Getreidesorten wie Roggen und Dinkel.

Der Markt auf der Plaza de los Patines kommt beim Publikum offenbar so gut an, dass das Marktamt der Stadt Palma neben dem Samstag seit 2012 auch den Verkauf am Dienstag ermöglicht. Da einige der Anbieter die Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung nur im Nebenerwerb betreiben, ist es unter der Woche manchmal zwar etwas ruhiger, dennoch herrscht an den zehn bis 15 Ständen zu den Marktzeiten zwischen 9 und 14 Uhr eigentlich immer Betrieb.

Das hat auch dazu beigetragen, Domingo Marza vom Potenzial des Viertels zu überzeugen. "Wir sind der erste zertifizierte Bio-Supermarkt der Insel", beschreibt er das Angebot seines "Mercasana"-Ladens an der Ecke Richtung Finanzamt. Sein Konzept mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist so ähnlich wie in deutschen Reformhäusern. Bei den Kunden versucht er gegen den hierzulande noch weit verbreiteten Ruf anzukämpfen, das Öko-Produkte teuer sind.

Vor der Eröffnung Anfang 2014 hatten Marza und seine Familie eine Marktstudie in Auftrag gegeben, die den Standort als geradezu ideal für einen Bio-Laden identifiziert hat. Als es gelang, die Caixa zur Schließung ihrer dortigen Filiale zu überreden, stand dem Start nichts mehr im Weg. Doch das soll erst der Anfang sein: Während man sich zunächst auf vegane und vegetarische Lebensmittel sowie Kosmetik, biologische Produkte für die Haushaltsreinigung sowie glutenfreies Brot konzentriert, liegt im Untergeschoss noch eine Fläche von 220 m2 brach. Dort will Marza in Zukunft auch Öko-Fleisch, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel anbieten, Workshops und Vorträge organisieren.

Damit wäre er schon der zweite im Kiez, denn nur wenige Meter weiter im Carrer Jeroni Antich residiert unter dem Namen "Yerbabuena" schon seit vielen Jahren der älteste Bio-Laden der Insel. Der Name, der im Spanischen allgemein für Heilkräuter und speziell für grüne Minze steht, ist Programm. Neben dem Sortiment mit Obst und Gemüse, Nahrungsergänzungsmitteln, ökologischem Olivenöl und einer breiten Auswahl an Bio-Weinen geht es auch um Bewusstseinsbildung. Bücherregale mit entsprechender Literatur stehen den Kunden ebenso zur Verfügung wie teilweise mehrmals wöchentlich stattfindende Vorträge zu Ernährungs- und Gesundheitsthemen, die per Facebook angekündigt werden.

Eine weitere Besonderheit ist die kleine Sitzecke mit Imbiss- und Getränkeangebot. Ebenso wie an den Stehtischen von "Mercasana" bietet sich hier immer Gelegenheit, einige der ökologischen Produkte schon vor dem Kauf zu verkosten.

(aus MM 46/2014)

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