So sehen die Hoteliers die Zeit nach Corona auf Mallorca

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Maria Frontera ist Vorsitzende des Hotelverbandes Fehm und Inhaberin eines Hotels in Port de Sóller.

Maria Frontera ist Vorsitzende des Hotelverbandes Fehm und Inhaberin eines Hotels in Port de Sóller.

Foto: fehm

„Wir müssen Vertrauen aufbauen“, sagt die Präsidentin des Hotelverbandes Fehm auf Mallorca, Maria Frontera, im MM-Interview.

Mallorca Magazin: Wie planen Sie für die Zeit nach dem Ende der Ausgangssperre, Frau Frontera?

Maria Frontera: Wir wissen derzeit weder, wann die Reisebeschränkungen aufgehoben werden, noch, in welchem Zustand sich dann die jeweiligen Quellmärkte befinden. Dennoch arbeiten wir intern natürlich intensiv daran, gut vorbereitet zu sein, wenn es wieder los geht. Unsere jetzigen Anstrengungen werden dazu beitragen, dass wir uns dann umso schneller den neuen Begebenheiten anpassen können. Ohne Zweifel wird es nach der aktuellen Krise Veränderungen geben: Es wird Protokolle zur Vorbeugung von Ansteckungen geben, eine größere soziale Distanz – nicht nur im Alltag jedes Einzelnen, sondern auch in den Hotels.

MM: Sehen Sie den aktuellen Stillstand auch als Chance innezuhalten und einmal ganz grundsätzliche Überlegungen anzustellen?

Frontera: Ich würde gerne hervorheben, wie unkompliziert die Hoteliers der Insel bereit waren, ihre Häuser als Notunterkünfte bereitzustellen. Die Bereitschaft zur Solidarität ist wirklich unglaublich! Ich glaube, wir müssen die Zeit nun nutzen, um klare Verhaltensvorschriften für Angestellte, Urlauber und Zulieferer zu erarbeiten, damit der Neustart dann unter sicheren Bedingungen stattfinden kann. Außerdem müssen wir in den Quellmärkten jetzt Präsenz durch Marketingaktionen zeigen.

MM: Welche Maßnahmen werden nach dem Ende der Ausgangssperre besonders wichtig sein?

Frontera: Die wichtigsten Maßnahmen sind die, die jetzt getroffen werden, in ökonomischer und steuerlicher Hinsicht, um die Existenz der Firmen und derer Angestellten sicherzustellen. Außerdem sollten wir jetzt auf Fortbildung setzen, um künftig einen besseren Service bieten zu können.

MM: Wie wird sich der Übergang zur Normalität gestalten?

Frontera: Ich gehe davon aus, dass er schrittweise erfolgen wird. Es geht nicht darum, möglichst bald wieder die Vorkrisensituation zu erreichen, sondern mit allen notwendigen Sicherheiten. Wir müssen Vertrauen aufbauen und dürfen uns keine Fehler erlauben. Die Destinationen, die die Situation als Erste kontrollieren und das in den Quellmärkten auch glaubhaft vermitteln können, werden einen Vorsprung haben, wenn es wieder losgeht. Dennoch halten wir es für wichtig, nach und nach wieder eine gewisse Aktivität zuzulassen, damit die Firmen solvent bleiben.

Die Fragen stellte Jonas Martiny.

Das Interview ist Teil des "Themas der Woche" in der aktuellen MM-Ausgabe, das Konzepte für die Zeit nach der Pandemie aus Sicht der Hoteliers, der Umweltschützer und der Einzelhändler präsentiert.

Das vollständige Interview mit der Präsidentin des Hotelverbandes, Maria Frontera, lesen Sie in der aktuellen MM-Ausgabe (Mallorca Magazin 16/2020), erhältlich in Deutschland im Zeitungshandel an Bahnhöfen und Flughäfen oder auf E-Paper

Kommentar

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Majorcus / Vor etwa 1 Jahr

@Rocco: "Wer wird sich zukünftig in einen engen Ferienflieger setzen wollen ?" Ist doch mit Überdruck-PSA-Anzug gar kein Problem - wenn man unter 85 kg wiegt. Bierköng & MegaPark braucht man nicht mehr, denn es kommen ja so viele fünf Sterne Familen & Senioren.

Rocco / Vor etwa 1 Jahr

Der einzige Zweig, der nachhaltig Geld eingebracht hatte, war die Tourismus - "Industrie". Hunderttausende kamen in den Ferienfliegern, die, wie Condor, auch nicht mehr die besten Karten haben. Wer wird sich zukünftig in einen engen Ferienflieger setzen wollen ? Ohne Ferienflieger keine Hotelgäste - vor allem nicht am Ballermann, denn Attraktionen wie Bierkönig oder MegaPark haben durch Restriktionen ihren Charme verloren. Und Umweltaktivisten in Deutschland mögen ja bekanntlich die Ferienflieger auch nicht. Also wo liegt die Zukunft ? Ich sehe grün.