Es gibt mehr als 300 Vogelarten zu beobachten. | man

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Die Holzplanken auf den sumpfigen Pfaden sorgen in erster Linie dafür, dass die vielen Wanderschuhe, die darüber hinweg stiefeln, trocken bleiben. Das subtile Knacken und Knarzen, das durch das Auftreffen der Zentimeter dicken Gummisohlen auf dem Holz entsteht, ist in dieser Atmosphäre ebenso störend wie die Abrollgeräusche der gummibereiften Fahrräder, die sich auf denselben Holzwegen entlang bewegen.

In den Beobachtungshütten können Besucher die vielfältige Fauna beobachten.

Natürlich sind diese Geräusche bei aller Rücksicht der Radfahrer und Wanderer auf ihre Umgebung schlicht nicht vermeidbar. Dennoch, in gewisser Hinsicht verschmutzen diese von Menschen gemachten Töne das natürliche Klanggemisch des größten Naturparks auf Mallorca.

Es ist viel los beim MM-Besuch am Sonntag im Parc Natural S’Albufera bei Alcúdia im Norden der Insel. Zum Glück hilft bereits die Größe des rund 1600 Hektar weiten Feuchtgebietes enorm dabei, den Andrang der Ausflügler so zu verteilen, dass es hier immer wieder Minuten ohne störenden Zivilisationslärm gibt. Wer dann innehält und zudem versucht, die eigene Unruhe für einen Moment zu befrieden, der erlebt Fantastisches. Es ist ein wahres Orchester aus Gezwitscher, Gezirpe, Geknacke und Geknister. Nur wahrnehmbar für den, der sich bewusst darauf konzentriert.

Die Natur wirkt hier nicht nur umtriebig, sondern regelrecht chaotisch. Dabei jedoch zu keiner Zeit störend oder anstrengend, wie dies eine ausreichend hohe Zahl an unterschiedlichen menschlichen Klängen verursachen würde. Spätestens jetzt wird dem Besucher bewusst, was es bedeutet, in einem Naturpark mit mehr als 300 Vogelarten und einer Population von ungefähr 10.000 Vögeln zu stehen.

Im Besucherzentrum gibt es jede Menge Informationen rund um den Parc Natural S’Albufera.
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Neben Kolbenente, Bienenfresser, Schafstelze oder der Sardengrasmücke sticht eine ganz besondere „Art” entlang der Wege immer wieder heraus: Mit ihrer Kleidung in Tarnfarben, erkennt man die Profi-Vogelbeobachter vor allem an den teuren Kameras mit den armlangen, noch viel teureren Teleobjektiven. Sie sind es auch, die außer einem leisen „Klick” hier und da keinerlei Geräusche von sich geben.

Bereits am Eingang des Areals wird auf einem Schild auf die vier Wanderwege unterschiedlicher Intensität und Länge hingewiesen. Bevor sich die farbig markierten Pfade jedoch aufsplitten, führt der erste Kilometer jeden Besucher zu einem zentralen Punkt des Areals. Hier steht das Informationszentrum, an dem man gebeten wird, ein kostenloses Ticket zu lösen, um weiter in den Park eintauchen zu dürfen. Wahrscheinlich soll diese Eintrittskarte dabei helfen, den Überblick über die Anzahl der Ausflügler zu behalten.

Viele der Familien genießen an diesem Knotenpunkt vor oder auch nach einem ausgiebigen Spaziergang die warme Frühlingssonne auf den Picknickbänken, beobachten den Flugverkehr am Wildbienenhotel oder besuchen das kleine Gebäude, das vollgepackt mit Bildern und Informationstafeln Eltern und ihre Kinder über die Flora, die Fauna und die 100.000-jährige Geschichte von S’Albufera informiert.

Seit dem ersten April hat der Naturpark bis zum 30. September zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Die einzigen beiden Tage im Jahr, an denen er geschlossen bleibt, sind der erste Weihnachtsfeiertag und der 31. Dezember. Jeden Samstag finden von 10 bis 12 Uhr Führungen statt, die im Voraus telefonisch (971-892 250) vereinbart werden müssen.