Hoteliers: Ohne mehr Kurzarbeit auf Mallorca müssen viele schließen

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Maria Frontera ist Präsidentin des mallorquinischen Hotelverbandes Fehm. Ihm gehören rund 850 Übernachtungsbetriebe an.

Maria Frontera ist Präsidentin des mallorquinischen Hotelverbandes Fehm. Ihm gehören rund 850 Übernachtungsbetriebe an.

Foto: Miquel Àngel Cañellas

Die wirtschaftlich bedeutendste Unternehmerorganisation auf Mallorca, der Hotelverband Fehm, fordert eine Ausweitung der Kurzarbeitsregelung ERTE. Fehm-Präsidentin Maria Frontera unterstreicht dabei die bereits wiederholt vorgebrachte Aussage ihrer Branche: "Für uns Hoteliers sind Liquidität und die gesamte Beschäftigungsfrage für das Überleben der Unternehmen unerlässlich. Ich möchte klarstellen, dass viele Schließungen unvermeidlich sind, wenn die Kurzarbeitsregelung nicht verlängert wird", sagte sie in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung Ultima Hora am Sonntag.

Die spanische Zenralregierung hat die Kurzarbeitsregelung vorerst bis Ende Juni festgelegt. Die Arbeitgeberverbände im ganzen Land fordern indes eine Ausweitung bis mindestens zum Jahresende. Auf Mallorca ziehen Arbeitgeber und Gewerkschaften in dieser Frage an einem Strang. Es geht um viele Arbeitsplätze. Auf den Inseln sind rund 200.000 Menschen im Tourismus beschäftigt.

Nach den Worten der Fehm-Präsidentin braucht die Hotellerie auf Mallorca weiter Zeit, um sich von der Coronakrise zu erholen. Die Branche habe in den vergangenen Jahren zwar gute Ergebnisse eingefahren, aber gleichzeitig wieder viel Geld in die Modernisierung der Unterkünfte investiert. Das führe je nach Unternehmen zu Liquiditätsproblemen. "Wir wissen nicht, wie lange die Krise dauern wird, eine Erholung wird erst für 2022 in Betracht gezogen. Schon der Konkurs von Thomas Cook im vergangenen Jahr hat viele Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen", sagte Frontera. Allein bei der Mehrwertsteuer seien bereits 20 Millionen Euro bezahlt worden– für Rechnungen, die bis heute auf ihre Begleichung warteten.

Die diesjährige Saison, die vor zwei Monaten noch für undenkbar gehalten wurde, sei die komplizierteste seit Jahrzehnten. "Sie ist geprägt von vielen Unsicherheiten." Die Nachfrage werde sich entsprechend der Flugverbindungen gestalten. "Die Planung der Flugverbindungen ist entscheidend."

Befragt nach der Auslastung der Hotels, sagte Frontera: "Ich kann Ihnen versichern, dass viele Hotels gar nicht öffnen werden." Die Frage sei, an welchser Stelle für die Unternehmen weniger Verluste anfielen, da letztlich kein Hotel eine 100-prozentige Auslastung erreichen könne. "Wir Hoteliers machen die Reservierungen so flexibel wie möglich, und einige Betriebe haben bereits den Kalender 2021 für die Übertragung von Reservierungen geöffnet."

Unterdessen halte der Wettbewerb mit anderen Zielgebieten am Mittelmeer ungebrochen an. Glücklicherweise sei Mallorca ein bekanntes Reiseziel mit einer hohen Wiederholerquote. "Als erstes müssen wir mit der Angst der Menschen vor dem Reisen umgehen", betonte Frontera. Aus diesem Grunde halte der Verband strategisch daran fest, Mallorca zu einer sicheren Destination zu machen. (as)

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Roland / Vor 10 Tage

@Sabine

Das ist wohl ein Archivfoto. So etwas kommt beim MM wohl öfters vor.

Majorcus / Vor 11 Tage

"Zahl der Gästebetten auf Mallorca soll um 120.000 sinken (...) Auf diese Weise soll die Gesamtzahl an Urlauberplätzen in den kommenden Jahren von derzeit rund 440.000 auf 320.000 heruntergeschraubt werden." Quelle: www.mallorcamagazin.com/nachrichten/tourismus/2018/07/12/63661/zahl-der-urlauberplatze-auf-mallorca-soll-120-000-reduziert-werden.html Der Umbau von stillgelegten Hotels zu Wohnungen schafft Arbeit und ermöglicht es viele Menschen, die nur zum Arbeiten auf die Insel gekommen sind, die Rückkehr in die Heimat. Der Rückgang der Wohnraum-Nachfrage ermöglicht den bis vor kurzem noch beklatschten Gesundheits- & Alten-Pflegenden günstiger angemessen zu wohnen.

Walter / Vor 11 Tage

Solange die Sozialisten stumpf an der bisherigen "arbeitnehmerfreundlichen" ERTE-Regelung festhalten, wird es Insolvenzen hageln. Arbeitgeber brauchen gerade jetzt eine flexible Regelung, andernfalls werden sie gezwungen, Insolvenz anzumelden, da es ihnen momentan und in den nächsten Monaten gar nicht möglich ist, das Geld für alle Mitarbeiter zu erwirtschaften, um alle aus der Kurzarbeit zu holen, wie es das Gesetz vorschreibt. So krank das System in Spanien.

Sabine / Vor 11 Tage

Warum lächelt die Dame?