Die Blumen sind zwar teurer, reichten aber zur Verzierung der Gräber an Allerheiligen allemal aus.

Es ist ein Phänomen, von denen viele Kunden gar nichts wissen: Viele Blumen, die an den allseits bekannten Ständen auf der Rambla und in Fachgeschäften in Palma verkauft werden, kommen nicht aus irgendwelchen Gärten im Umland, sondern vom anderen Ende der Welt. In Ecuador oder Kolumbien vor allem in Flugzeuge, aber auch in Schiffscontainer verladen, überquerten sie jahrelang gut gekühlt mit wachsender Tendenz den Atlantik.

Doch seit geraumer Zeit ist alles anders: Weil die Transportverbindungen coronabedingt zeitweise gekappt wurden und daraufhin viele Erzeuger Pleite gingen, fehlt jetzt der Nachschub. „Vor allem Gladiolen oder Lilien gibt es kaum noch”, klagt man in der beliebten Blumenhandlung Abolengo an Palmas Innenstadtring Avenidas. Zwar ist im Laden alles fast übervoll – niemand musste sich an Allerheiligen zwecks Ehrung der Ahnen leer auf die ohnehin nicht allzu stark besuchten Friedhöfe begeben – doch bestimmte Arten, die früher gang und gäbe waren, sind halt nicht mehr zu bekommen. Und diese Verknappung des Angebots führte den Angaben der Betreiber des Traditionsgeschäfts dazu, dass andere Blumen zwangsweise teurer wurden. „Man muss jetzt deutlich mehr für Rosen, Nelken oder Chrysanthemen zahlen.” Im Schnitt seien es auffallend hohe 30 Prozent.

Vor Corona hatte allein Kolumbien pro Jahr 260.000 Tonnen Blumen exportiert und damit immerhin fast 1,3 Milliarden Euro eingenommen. 92 Prozent dieser Pflanzen wurden in Flugzeugen transportiert, der Rest in Schiffen. Das alles kollabierte und durchschüttelte die Branche. Nicht nur zeitweise gab es seit dem Beginn der Pandemie Probleme, sondern nach Angaben der Blumenprofis von Abolengo permanent. Zwar rechne man langsam dank der Impfkampagnen mit einer Stabilisierung der Lage, doch bis zu den Zuständen vor Corona werde noch viel Zeit verstreichen.