Wegen der Pandemie brechen die Gehälter ein

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2020 war wirtschaftlich gesehen ein sehr schlechtes Jahr für die Balearen.

2020 war wirtschaftlich gesehen ein sehr schlechtes Jahr für die Balearen.

Foto: Archiv

Die Corona-Pandemie hat weitreichende Folgen für die Einkommenssituation vieler Inselbewohner. Das belegen jetzt vom Finanzamt veröffentlichte Zahlen. Demnach bekamen im vergangenen Jahr etwa die Hälfte aller Arbeitnehmer den Mindestlohn (950 Euro) oder weniger. Insgesamt waren etwa eine halbe Million Menschen auf den Balearen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

31 Prozent der Arbeitnehmer verdienten zwischen 951 und 1900 Euro brutto. Üblicherweise gibt es in Spanien 14 Monatsgehälter. Mehr als 135.000 Personen hatten maximal 475 Euro pro Monat auf dem Konto. Da die Tourismus-Saison weitgehend ausfiel, fanden viele Menschen überhaupt keine Arbeit. Zahlreiche Firmen nutzten derweil die großzügige staatliche Kurzarbeitsregelung, die Entlassungen vermeiden sollte. Im Mai 2020 waren balearenweit rund 150.000 Personen in Kurzarbeit – mit den entsprechenden Gehaltseinbußen.

Etwa 20 Prozent der Arbeitnehmer – rund 100.000 Personen – gaben bei der Steuererklärung an, pro Monat mehr als 1900 Euro verdient zu haben. Die Gruppe der Spitzenverdiener (mehr als 9500 Euro brutto pro Monat) umfasste 950 Personen. 80 Prozent von ihnen sind Männer.

Das Durchschnittsgehalt auf den Balearen betrug 2020 genau 18.411 Euro brutto. Es lag damit deutlich unter dem spanienweiten Wert (20.503 Euro). Die männlichen Inselbewohner verdienten im Schnitt 19.722 Euro, die weiblichen 16.939 Euro. (red)

Kommentar

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Hans Georg Ziegler / Vor 11 Tage

Die EU mischt sich doch sonst in allem ein. Warum gibt es keinen vernünftigen Mindestlohn von 12 Euro für die gesamte EU. Damit wäre der Ausbeutung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Riegel geschoben. Von jetzigen Netto - Löhnen kann man kaum eine Wohnung bezahlen. Da waren die D - Markzeiten golden. Mein Vater konnte früher von seinem Gehalt eine sechsköpfige Familie ernähren nebst Miete und Nebenkosten. Das haben die Leute heute von Ihrem EU - Wahn.