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Angesichts der anhaltend milden Omikron-Krankheitsverläufe und der steigenden Impfquote müssten die Staaten eigentlich unisono lockern oder Freedom-Days ausrufen: Doch während in Spanien Restriktionsrücknahmen anstehen, von denen die wichtigste der Wegfall der Maskenpflicht in Außenbereichen ist, hält der streitbare deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach für sein Land nahezu starrsinnig an Einschränkungen fest. Wie in den dunkelsten Zeiten der Pandemie warnt der SPD-Mann vor all den schlimmen Dingen, die da noch mit möglichen anderen Mutationen kommen können.

Lauterbach könnte Recht behalten wie schon so oft. Doch jetzt ist jetzt, und die Situation hat sich verändert: Die Krankenhäuser sind in der Bundesrepublik wie auch auf Mallorca und sonstwo weiterhin deutlich weniger voll als während anderer Wellen. Dass zwar nicht Deutschland, aber andere Länder den Lockerungskurs intensivieren, verwundert daher nicht: Am Mittwoch fielen sämtliche Restriktionen in Schweden, wo die Inzidenz sehr hoch ist, in Dänemark war das schon vor einigen Tagen der Fall. In Spanien will man die Krankheit als endemisch, also wie eine ganz normale Grippe behandeln.

Das ist auch richtig, denn die aktuellen Varianten des Virus sind nicht mehr so gefährlich, und das Ganze wird der Welt erhalten bleiben. Ein anderer Umgang ist nötig und richtig, das sture Festhalten an Restriktionen passt nicht mehr in die Zeit. Deswegen sollte man den Mut der spanischen Regierung und anderer Länder in Ehren halten. Die Menschen haben den Regelwirrwarr satt und wollen nach all den Monaten endlich frei sein.

Andererseits könnte es pandemiemäßig durchaus wieder schlimmer kommen. Gut möglich, dass die nächste Mutation wo auch immer in der Welt schon bald am Start ist. Dennoch ist es sympathisch, wenn Staaten wie Spanien der Bevölkerung entgegenkommen und ihr endlich verklickern, dass ein Leben wie vor der Pandemie möglich ist, wenn sich das Ganze weiter entspannt.

Autor: Ingo Thor