Die Enkel öffnen die Alben

| Mallorca |
Republikanische Invasionstruppen auf dem Vormarsch im Inselosten.

Republikanische Invasionstruppen auf dem Vormarsch im Inselosten. Die Aufnahme schoss ein Fotograf namens Josep Brangulí, der offenbar im Auftrag der Landungstruppen mit nach Mallorca gekommen war. Alle Fotos wurden dankenswerterweise von FAM kostenlos zur Verfügung gestellt.

Republikanische Invasionstruppen auf dem Vormarsch im Inselosten.Gabriel Fuster, 2.v.l., nahm als Kanonier aufseiten des Inselmilitärs an den Kämpfen bei Manacor teil. Foto aus Familienbesitz. Eine italienische SM-79 überfliegt 1938 nach dem Start auf dem Militärflughafen Son Sant Joan die Küste von Palma bei Portopí uEinheiten, die auf republikanischer Seite an der Invasion im Inselosten dabei waren.Italo-Pilot Guido Carestiato "Ciarotti". Signiertes Foto.Angehörige der italienischen Flugstaffel, die von Mussolini nach Mallorca entsandt wurde, am Eingang des Gran Hotels ins Palma.

Zugegeben, es war kein rundes Jubiläum, als sich an 16. August der Beginn der Kämpfe während des Spanischen Bürgerkrieges auf Mallorca zum 79. Mal jährte. Bis zu 20 Tage zogen sich damals die militärischen Auseinandersetzungen im Inselosten hin, als im Sommer 1936 die republikanischen Truppen bei Porto Cristo und Sa Coma anlandeten und sich blutige Gefechte mit den Verteidigern der Insel – dem aufständischen Militär und der rechtsextremen Falange – lieferten.

Das alles ist längst Geschichte: die missglückte Invasion von bis zu 9000 Mann, die gewaltsame Repression der Anhänger der Republik in den Inseldörfern durch das Militär samt den nächtlichen Erschießungen an den Friedhofsmauern, die italienischen Piloten, die Mussolini den Aufständischen zur Hilfe sandte, der Abzug der republikanischen Truppen in der Nacht zum 4. September, der Siegeszug des Franquismus auf Mallorca und später in ganz Spanien.

Die Faktenlage erfährt in jüngster Zeit eine Bebilderung, die zuvor lediglich Historikern bekannt war. Dank Sammlern von Fotografien, die ihre Schätze in Internetforen wie etwa „Fotos Antiguas de Mallorca“ (FAM) zur Schau stellen, hat sich ein Zugang geöffnet für ein größeres Publikum. Hinzu kommt, dass Aufnahmen, die früher im Fundus der Familie schlummerten, nun ans Licht der Öffentlichkeit gelangen.

„Die Enkel öffnen die Alben“, sagt FAM-Gründer Lorenzo Miró. War der Bürgerkrieg lange ein Tabuthema auf der Insel, so hat die jüngste Generation weniger Berührungsängste mit der Materie. Manche stellen ihre Fotos aus Interesse zur Verfügung, andere verkaufen sie im Internet, etwa bei Ebay. So tauchen Aufnahmen auf, die bislang vollkommen „unbesehen“ waren. „Sie zeigen meist keine Kampfszenen. Oft sind es Gruppenfotos aus der Dienstzeit.“

Auf Facebook: Fotos Antiguas de Mallorca

(aus MM 33/2015)

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