Der Großteil der Pilger traf gegen 7 Uhr morgens in Lluc ein. | Laura Becerra

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Eine bunte Schlange zog sich am Sonntag in aller Herrgottsfrühe entlang der Straße, die von Inca aus in die Berge zu Mallorcas Wallfahrtsstätte Lluc führt. Um die 6800 Pilger aus vielen Ecken der Insel beleuchteten den Weg mit Fackeln, den Lichtern ihrer Handys und mit Reflektoren, die ihnen die Organisation der „XLI Pujada a Lluc a peu de la Part Forana“ beim Start um 4.30 Uhr zur Verfügung gestellt hatten.

Unter „Part Forana“ werden alle Teile der Insel zusammengefasst, die nicht „Ciutat“, also Palma, sind. Mithin handelt es sich bei der Veranstaltung um das Gegenstück zu "Des Güell a Lluc a peu", einem Pilgermarsch von Palma nach Lluc, der alljährlich im August stattfindet.

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Die Bürgermeister von 45 Gemeinden Mallorcas hatten den Aufruf zu der Veranstaltung unterstützt. Manche Teilnehmer waren sogar schon am Vortag aufgebrochen – nicht in Inca, sondern im weit entfernten Portocolom und Cala Figuera, darunter auch der Sprecher des konservativen Partito Popular im Inselrat, Llorenç Galmés: 79 Kilometer hatte er in 13 Stunden zurückgelegt, ehe er sein Ziel erreichte.

Mit einer Silbermedaille wurde aber nicht er, sondern ein 77-jähriger Rentner aus Sineu ausgezeichnet. Mit seinem Sohn war er in seinen Wohnort um 1 Uhr nachts aufgebrochen und die weit über 30 Kilometer von seinem Wohnort nach Lluc in sechs Stunden gelaufen. Bei seiner Ehrung erzählte er, dass er sich kurz vor der Ankunft um 7 Uhr noch so fit gefühlt habe, dass er seinen Sohn zu einem Sprint aufgefordert habe. Im Scherz, versteht sich.