Bombe aus Bürgerkrieg im Meer bei Sa Coma entschärft

Marinetaucher benötigten zwei kontrollierte Sprenungen

Der Strand von Sa Coma (Archivbild).

Der Strand von Sa Coma (Archivbild).

Foto: Foto: as
Der Strand von Sa Coma (Archivbild).Der Strand von Sa Coma (Archivbild).

Im Meer vor der Ostküste von Mallorca haben Sprengstoffexperten der Marine am Samstag eine Bombe aus dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) durch zwei kontrollierte Sprengungen entschärft. Das berichtet die Online-Ausgabe der spanischen Tageszeitung "Ultima Hora" unter Berufung auf die Nachrichten-Agentur Europa Press.

Medienberichten zufolge war die Bombe am Donnerstag von einer russischen Sporttaucherin rund 50 Meter von der Küste entfernt entdeckt worden. Sie veständigte die Polizei, die wiederum das Marine-Kommando in Cartagena alarmierte. Meeresströmungen hatten die als groß beschriebene Bombe offenbar am Grund von Sand befreit.

Der Fund und die Entschärfung erfolgten genau auf den Jahrestag der republikanischen Landung auf Mallorca vor 77 Jahren: Am Morgen des 16. August 1936 war ein Expeditionsheer regierungstreuer Truppen am Strand von Sa Coma an Land gegangen. Unter dem Kommando des Fliegeroffiziers Alberto Bayo wurde in einem nahen Bauernhaus das Hauptquartier errichtet. 

Bayo und seine rund 6000 Milizionäre hatten den Auftrag, Mallorca für die spanische Republik zurückzuerobern. Die Insel befand sich bei Ausbruch des Bürgerkriegs am 18. Juli 1936 bereits nach nur einem Tag vollständig in der Gewalt der aufständischen Generäle, die den Militärputsch von General Franco sekundierten.

Die militärische Expedition von Alberto Bayo endete im Debakel. Zwar konnten seine Kämpfer einen Landstreifen erobern und bis in die Berge Richtung Manacor vorrücken, doch nach 20 Tagen Stellungskrieg zogen sie sich in der Nacht vom 3. auf den 4. September überraschend auf die Schiffe zurück und verließen Mallorca in Richtung Festland.

Bei seinem überhasteten Rückzug ließ das Expeditionsheer zahlreiche Gerätschaften, Waffen und Munition zurück. Dazu dürfte auch die Bombe zählen, die nun in Sa Coma entschärft wurde. Landwirte in der Region stoßen beim Pflügen ihrer Felder noch heute auf verrostete Patronen und Granaten.

Das Mallorca Magazin hatte zum 75. Jahrestag der republikanischen Landung in Sa Coma eine Artikelserie veröffentlicht. Die wichtigsten Artikel des Historienthemas sind zu diesem aktuellen Bericht beigefügt (siehe links).

Das einstige Aufmarsch- und Kampfgebiet bei Sa Coma ist heute ein bei Touristen beliebter Sandstrand. Zur Sprengung der Bombe hatte die Polizei einen Teil der Playa abgesperrt. Von 11 Uhr an konnten die Strandgäste wieder unbesorgt im Meer baden. (as)

 

Kommentar

Nutzungsbedingungen

Rechtlicher Hinweis

» Der Inhalt der Kommentare spiegelt die Meinung der Nutzer wider, nicht die von mallorcamagazin.com

» Es ist nicht erlaubt, Kommentare abzuschicken, die gegen das Gesetz verstoßen oder unangebrachte, beleidigende oder ehrverletzende Inhalte haben.

» mallorcamagazin.com behält es sich vor, unangemessene Kommentare zu löschen.

* Pflichtfelder

Oleg Lobachev / Vor über 5 Jahren

Sehr geehrte Damen und Herren,

in ihrem Artikel bezüglich des Bombenfundes in Sa Coma sind leider zwei Fehlern vorhanden. Die Bombe hatte ein russischer Taucher (und nicht eine Taucherin)der in Deutschland lebt am Donnerstagabend gefunden. Das war ich! Mein Name ist Oleg Lobachev. Die Entfernung von Strand war nicht 50m sondern ca. 150m. Für die möglichen Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freudlichen Grüßen,

Oleg Lobachev