Ermittler im Fall Cursach geraten massiv unter Druck

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Die Zeugin (verdeckt von hinten zu sehen) hatte unter anderem in Fernsehsendungen Auftritte.

Die Zeugin (verdeckt von hinten zu sehen) hatte unter anderem in Fernsehsendungen Auftritte.

Foto: Archiv Ultima Hora

Das Justizverfahren um Mallorcas Diskotheken-König Bartolomé Cursach ("Mega-Park") ist massiv unter Druck geraten. "Der 'Fall Cursach' explodiert", schreibt die spanische MM-Schwesterzeitung Ultima Hora.

Die jüngste Eskalation in dem verworrenen Verfahren: Eine der wichtigsten Zeuginnen von Ermittlungsrichter Manuel Penalva und Antikorruptionsstaatsanwalt Miguel Ángel Subirán wirft den Genannten vor, sie zu Fremdaussagen angeleitet zu haben. Die Frau aus dem Rotlichtmilieu wandte sich nun vor drei Tagen an den Rechtsanwalt Vicente Campaner, der wiederum die Interessen seines in Untersuchungshaft genommenen Mandanten Cursach wahrnimmt. Campaner legte vor dem balearischen Gerichtshof eine Beschwerde ein und forderte die Festnahmen von Penalva und Subirán.

Die Zeugin, deren Identität durch ein Schutzprogramm geheimgehalten wird, hatte Campaner Dialoge zugänglich gemacht, die sie per Whatsapp mit dem Ermittlungsrichter geführt. Hinzu kamen Tonaufnahmen, die sie heimlich von den Gesprächen mit Penalva und Subirán im Justizgebäude angefertigt hatte.

Die Zeugin sagte gegenüber dem Cursach-Anwalt, die Ermittler hätten ihr vorgegeben, was sie gegen einzelne Polizisten und Verfahrensbeteiligte sagen sollte, um sie zu belasten. "Diese beiden, die sich als Retter aufspielen, haben mich in dieses Chaos gestürzt", wurde die Frau in dem Bericht zitiert. Bei den Zusammenhängen geht es unter anderem im organisierte Drogenpartys mit Prostituierten.

Ausgelöst wurde das Verfahren durch den Skandal rund um die Lokalpolizei von Palma und ihre Verflechtung mit den Betreibern von Diskotheken und Lokalen an der Playa de Palma und im Ausgehviertel am Paseo Marítimo. Hinzu kommen Vorwürfe an die Adresse von Politikern wie etwa Palmas ehemaligem Stadtrat und "Vater der Benimm-Regeln" an der Playa de Palma, Álvaro Gijón. Der Konservative war im Vorfeld von der Zeugin beschuldigt worden, Gratis-Bordellbesuche absolviert zu haben, als Belohnung für Gefälligkeiten gegenüber Cursach.

Gijón hatte die Vorwürfe in dem laufenden Verfahren stets bestritten und die Glaubwürdigkeit der Zeugin in Frage gestellt. Die Zeugin selbst hatte ihrerseits wiederholt beklagt, massiv bedroht worden zu sein. Hintermänner und Polizisten sollen in dem Verfahren versucht haben, die Zeugin einzuschüchtern. Aufgrund dieser Vorwürfe war unter anderem ein Neffe Cursachs zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Die Ermittler berufen sich ihrerseits auf eine Reihe Zeugen, die unter Polizeischutz stehen. Es handelt sich um Prostituierte, ehemalige Angestellte der Betriebe, ein Mitbewerber, der seinerseits wegen Drogendelikten einschlägig vorbestraft ist, ein ehemaliger Hütchenspieler von der Playa de Palma ...

Die jetzige Kehrtwende der bisherigen Hauptbelastungszeugin erfolgte wenige Tage vor Beginn eines Nebenverfahrens gegen Cursach. Die ehemalige Bordellmanagerin soll nun gesagt haben, Cursach habe ihr niemals Schaden zugefügt. Der weitere Verlauf des Ermittlungsverfahren ist völlig offen. (as)

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Paul / Vor etwa 1 Jahr

Die Machtverhältnisse an der Playa sind immer noch geregelt. Die führenden Politiker und Polizisten haben allen Grund Cursach zu schützen. Falsche Zeugenaussagen sind doch nur logisch wo es um hunderte von Millionen geht.

Marco / Vor etwa 1 Jahr

Gut geschmiert die "Zeugin".

Marco / Vor etwa 1 Jahr

Jetzt schlägt das Imperium zurück. War nur eine Frage der Zeit..