Pilar Costa ist balearische Innenministerin und Regierungssprecherin. | Balearen-Regierung

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Nach dem Ausgang der Katalonien-Wahl hält die Sprecherin der Balearen-Regierung, Pilar Costa, es für "unabdingbar", dass die künftige katalanische und die spanische Zentralregierung miteinander ins Gespräch kommen. "Jetzt ist mehr denn je ein Dialog notwendig zwischen allen Seiten", sagte Costa in einer offiziellen Stellungnahme am Freitag. Bei der Wahl am Donnerstag hatten die drei Parteien der Separatismus-Befürworter im katalanischen Parlament die absolute Mehrheit verteidigt.

"Die Gesellschaft in Katalonien ist plural, was nicht schlecht ist", sagte Costa. Die Bevölkerung fordere den Dialog ein, um die "permanente Konfrontation" zu beenden. Costa verwies auf die extrem hohe Wahlbeteiligung. Das habe gezeigt, dass die Bevölkerung ihren Willen bei dem Urnengang habe zum Ausdruck bringen wollen.

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Die Regierungssprecherin gratulierte der bürgerlichen Partei Ciudadanos (die an der spanischen Einheit festhalten will), zur meistgewählten Partei aufgestiegen zu sein. Gleichwohl seien es nun die nach Unabhängigkeit strebenden Parteien, die mit ihrer Mehrheit an Parlamentssitzen nun die Möglichkeiten haben, die künftige Regierung zu bilden.

Die spanische MM-Schwesterzeitung Ultima Hora titelte nach der Wahl: "Nichts ändert sich in Katalonien." Der Politik-Chef Joan Riera kommentierte: "In einer ernsthaften und gesetzten Demokratie hätte Rajoy am Tage nach der Wahl zurücktreten müssen." Er hielt dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy vor, mit seinem Kurs in der Katalonien-Problematik gescheitert zu sein.

Bei der Wahl hatten die Separatismus-Gegner 2,21 Millionen Stimmen erhalten, die Separatismus-Befürworter hingegen nur 2,06 Millionen Stimmen. Dessenungeachtet konnten die Parteien der Unabhängigkeitsbewegung 70 Mandate im Lokalparlament erringen. Die absolute Mehrheit liegt bei 68 Sitzen. Die unionistische Opposition erhielt lediglich 65 Mandate.