Palma immer mehr im Griff der Schmierer

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Sogar vor vielen Altbauten machen die Schmierfinken keinen Halt.

Sogar vor vielen Altbauten machen die Schmierfinken keinen Halt.

Foto: R.L.
Sogar vor vielen Altbauten machen die Schmierfinken keinen Halt.Mit dergestalt verunzierten Gassen verkauft sich Palma deutlich unter Wert.Verunstalteter Bereich am Baluard del Príncep.

Es ist erschreckend, aber wahr. Eine der beiden formschönen Sphinxfiguren am Beginn des eleganten Boulevards El Borne in Palma wurde bereits vor Monaten mit einem grünen Gekrakel verunziert. Die hässliche Schmiererei ist einer der Höhepunkte einer nach Ansicht von Denkmalschützern hochproblematischen Entwicklung.

„Palma ist inzwischen bei Weitem die in dieser Hinsicht schmutzigste Stadt in ganz Spanien und sogar darüber hinaus”, sagt Àngels Fermoselle, Vizepräsidentin der Vereinigung Arca. Nicht nur Einheimische, sondern auch urlaubende Ausländer, womöglich auch Deutsche, würden sich – darauf gebe es Hinweise – an der beschleunigten Verunstaltung der Stadt beteiligen. „Inzwischen respektieren die Schmierfinken gar nichts mehr”, so die Arca-Vizechefin. Das löse in ihr eine große Traurigkeit aus.

Anders als in den vergangenen Jahren, als manche lokalen Linksausleger Graffiti-Schmierereien noch als kulturelle Bereicherung sahen, dämmert immer mehr Lokalpolitikern inzwischen, dass gerade das historische Zentrum zu einer Art Beute gemacht wurde. Zusammen mit Arca beschloss der nach der Regionalwahl am 26. Mai angetretene sozialistische Bürgermeister José Hila denn auch einen sogenannten Aktionsplan.

Der jedoch ist den Denkmalschützern noch nicht durchgreifend genug. „Gerade mal zwei Leute stellte die öffentliche Reinigungsfirma Emaya Ende Juli fürs Putzen bereit”, bemängelt Àngels Fermoselle. Im September sollen es vier werden. „Außerdem säubert man zunächst nur öffentliche Gebäude, die nicht unter Denkmalschutz stehen.”

Bei amtlich geschützten Bauten wie etwa der Sphinx kann es bis zu einem Jahr dauern, bis eine Schmiererei wieder weg ist. „Hier gibt es ein langes Prüfungsverfahren, da jede Oberfläche einer anderen Behandlung bedarf”, so Àngels Fermoselle. Immerhin müssten diejenigen, die identifiziert und erwischt werden, jetzt Bußgelder von bis zu 700 Euro zahlen.

Doch das alles reicht laut der Arca-Vizechefin nicht aus: Städte wie Paris machten vor, dass es auch anders geht. „Dort rücken Putzbrigaden sofort nach neuen Schmierereien aus, und das auch bei der Verunzierung von Privatgebäuden.” Außerdem würden dort verstärkt Wachleute eingesetzt, die aufpassen, dass die Täter nicht zurückkommen und die gerade gereinigten Flächen erneut beschmieren.

Während woanders blitzschnell und gründlich durchgegriffen wird, kommt man in Palma nur langsam bei der Entfernung der abstoßenden Hinterlassenschaften verwirrter Youngster voran. Aber immerhin: Laut Emaya können 15 bis 25 Graffitis pro Tag beseitigt werden. Tätig wurde man bereits unter anderem an einer übel verunstalteten Treppe, die die Avenida Joan Miró in der Nähe des Hotels Nixe Palace mit einer anderen Straße verbindet.

Auch auf den Plätzen Fleming und Comtat de Rosselló wurde der Putztrupp bereits aktiv. Der nicht unter Denkmalschutz stehende Bereich des Baluard del Príncep, ein Teil der ehemaligen Stadtmauer, wurde ebenfalls gesäubert. Das Gleiche gilt für die Treppen zwischen der Plaça Major und der Rambla. Auch in besonders verunzierten Vororten wie Son Ferriol ging es mittlerweile zur Sache.

Ungeübt beim Reinigen von Wänden, schoss man inzwischen örtlich sogar über das Ziel hinaus: Im Carrer Barranquilla sollen zum Ärger von Anwohnern durchaus künstlerische Graffitis der Gruppe Som-Art entfernt worden sein.

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Metti / Hace 2 months

In Deutschland ist das ja schon lange ein Problem. Auch in anderen Ländern gehört das mittlerweile zum Alltag. Die Sprayer arbeiten da ja oft in ner Gruppe, die die sprühen und einer der "Schmiere" steht. Es ist ja nicht so, das sie am helligten Tag sprühen, meist eher im dunkeln, im verborgenen. In Deutschland nicht anders. Ein ewiger "Run" zwischen Polizei/ Ordungsamt und den Sprayern...Es ist hier eine sehr lange Zeit gut gegangen, irgendwann mußte das leider auch hier Einzug nehmen. Soll die Stadt den Sprayern Flächen zu verfügung stellen. Löst zwar das Problem nicht, aber mildert es...

Majorcus / Hace 2 months

Komisch: in anderen Städten hat man das Problem kollegial gemeinsam mit den Sprayern in der Griff bekommen ... - ob Palma davon lernen kann?

julia / Hace 2 months

ENDLICH wird mal dieser Punkt angesprochen. Ich wundere mich, dass die Leute nicht schon frueher wegen diesen SCHMIEREREIEN auf die Strasse gehen. Selbst der neue Autoibahnring war noch nicht fertiggestellt und schon waren die Waende fuer den Laermschutz beschmiert. Es ist traurig wie weit man gekommen ist, das selbst Denkmaeler beschmiert werden. Kann man nicht seitens der EU in Bruessel, wo man annehmen kann, das dort denkende Menschen sitzen, die Spraydosen verbieten !!!!! Ich glaube kaum, das ein Graffiti-Schmierer sich mit einem Pinsel ans Werk macht. Kann man nicht seitens der Redaktion eine Kampagne starten, wie zum Beispiel mit einer Unterschriften-Liste etc. Was machen unsere Politiker der MEDIO AMBIENTE ????? Es ist zum Himmelschreiend.....

Tom / Hace 2 months

Also ganz ehrlich, in abgelegen baufälligen Ecken (Poligono Can Valero, usw. ) hat mich das auch nicht gestört. Mittlerweile ist es aber überall. Nicht nur an den neuen Autobahnbrücken rund um AlCampo, sondern auch an entlegenen Ecken wie Natursteinauern nach Cala d'Or oder Portocolom. Am Strand der Cala Gran, den Fischergaragen am S'Trenc. Früher hatten Sprayen noch den Respekt und sprühten nur auf neuzeitliche hässliche Flächen und hörten vor der charmanten Natursteinmauer auf. Jetzt ist nichts mehr heilig. Es ist in den letzten Jahren auffällig viel geworden und versaut jegliches Fotomotiv und nimmt der Insel ihren Charm. Wenn man nicht endlich entschlossen handelt, ist es ein weiteres Mosaiksteinchen warum Urlauber sich andere Reiseziele suchen.

Urea / Hace 2 months

Wenn die wenigstens etwas sauberer und deutlicher schreiben würden. So kann das ja kein Mensch lesen.