Neue Gefahr für Hunde auf Mallorca

Mallorca |
Die zigarrenförmige Gebilde sind Eier der Tigermücke. Aus ihnen schlüpfen die Larven, die sich in stehenden Wasserlachen zu Fluginsekten entwickeln.

Die zigarrenförmige Gebilde sind Eier der Tigermücke. Aus ihnen schlüpfen die Larven, die sich in stehenden Wasserlachen zu Fluginsekten entwickeln.

Foto: Mikel Bengoa Paulis / ultimahora.es

Mit der Ausbreitung der Tigermücke auf Mallorca macht sich ein neuer Erreger auf der Insel breit, der vor allem Hunde, aber mitunter auch Katzen befällt, warnen Tierärzte. Der Herzwurm (Dirofilaria immitis) befällt das Organ der Vierbeiner.

Die ersten Einzelfälle wurden vor sieben Jahren diagnostiziert, und zwar bei Tieren, die die Insel nie verlassen hatten. Die parasitäre Krankheit war früher schon auf der Spanischen Halbinsel im Ebro-Delta sowie auf Ibiza registriert worden. Nun hat der Erreger nachweislich den Sprung nach Mallorca geschafft, sagte einem Bericht der spanischen Tageszeitung Ultima Hora zufolge der in Port de Pollença tätige Tierarzt Marcos Makowski.

Die ersten Fälle waren vor allem unweit der Sumpfgebiete im Norden der Insel, also etwa in der S'Albufera bei Alcúdia, Muro und Sa Pobla festgestellt worden. Jetzt seien ihm jedoch auch Fälle aus Palma und anderen Regionen von Mallorca bekannt, entsprechend der Ausbreitung der Tigermücke über die ganze Insel.

Die Herzwurm-Krankheit ist eine Infektion parasitären Ursprungs, die hauptsächlich Hunde und in geringerem Maße auch Katzen befällt. Sie kann sogar auf den Menschen übertragen werden, doch erweist sich der menschliche Organismus in diesem Fall als höchst resistent, sodass ihm der Parasit nur selten Probleme bereitet.

Übertragen wird der Erreger durch Mückenstiche. Er nistet sich in den Lungenarterien ein und kann ohne Gegenmaßnahmen in das Herz vordringen. "Das größte Problem ist, dass es sich um eine Langzeitkrankheit handelt, bei der die Hunde über einen großen Zeitraum fast keine Symptome zeigen", sagte Makowski.

Auf dem Höhepunkt der Krankheit wirken die Hunde apathisch, husten, haben einen geschwollenen Bauch und Nierenversagen. Der Kampf gegen den Parasiten erfordere dann eine "lange und komplexe" Behandlung. Zur Prävention empfehlen Veterinäre eine jährliche Injektion und monatliche Pillen.

Die Tigermücke (Aedes albopictus) stammt aus Asien und breitet sich infolge der Globalisierung und des Klimawandels immer weiter aus. Sie wurde von Wissenschaftlern auf Mallorca offiziell im Jahre 2012 nachgewiesen, auch wenn man davon ausgeht, dass das Insekt schon früher auf die Insel gelangte. "Aedes albopictus ist eine der 100 Tierarten mit dem größten invasiven Potenzial der Welt", sagt der Tigermücken-Experte an der Balearen-Universität, Míkel Bengoa. Neben dem Herzwurm-Parasiten gilt die Tigermücke auch als Überträger von Krankheiten wie Dengue, Chikungunya oder Zika.

Die Tigermücke sucht sich zur Eiablage kleine Gefäße mit stehendem Wasser aus, wie etwa Blumentopfuntersetzer, Regenabflusssiebe, Spielzeug im Außenbereich, Gebinde und Krüge oder im Freien lagernde Altreifen von Autos ... (as)

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petkett / Vor 1 Monat

Eine Seuche nach der anderen. Übertragen von Parasiten und anderen Erregern durch Mücken fordert die meisten Todesfälle beim Menschen und anderen Säugern. Wie soll und kann man sich schützen? Da würden Tipps besser passen, als das zu schreiben was passiert und was passiert ist. Was war kann man eh nicht mehr ändern, aber vorausschauen wäre schlauer. Denn mit diesen Würmern, zum Beispiel, ist nicht zu Spaßen. Die Fadenwürmer Dirofilaria repens und Dirofilaria immitis, auch Herzwurm genannt, sind in Österreich am Vormarsch und kommen sehr häufig im Schweizer Tessin vor. Gefährlich für Mensch und Tier, Hunde sind besonders anfällig für den Befall, aber auch Katzen und Menschen kann es treffen.