Coronavirus auf Mallorca: Das Update vom 10. April

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Dr. Javier Arranz ist auf den Balearen einer der Hauptverantwortlichen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Dr. Javier Arranz ist auf den Balearen einer der Hauptverantwortlichen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Foto: ultimahora.es

40 neue Infektionen und 8 Tote auf Mallorca, Hälfte aller Infizierten wieder gesund

Auf Mallorca wurden von Donnerstag bis Freitag 40 Corona-Neuinfektionen gezählt. Das sind zwar vier mehr als am Tag zuvor, insgesamt setzt sich aber das Abflachen der Kurve fort. Seit einer Woche zählen die Balearen fast jeden Tag mehr Geheilte als Neuinfizierte, die Zahl der derzeit Infizierten wird also jeden Tag kleiner.

Mit mehr als 700 Genesenen insgesamt ist auf den Inseln die Hälfte aller offiziell als Infiziert gemeldeten also wieder gesund. Eine solche Heilungsrate weisen bisher nur die besonders betroffenen Regionen Madrid, Baskenland und La Rioja auf, die auch als erste Maßnahmen zur Eindämmung des Virus getroffen hatten.

Zwar wurden nach 0 Toten am Donnerstag am Freitag acht Verstorbene gemeldet. Mittlerweile haben die Behörden aber bekanntgegeben, dass sich diese Zahl auf die vergangenen vier Tage verteilt.

So entwickeln sich die Neuinfektionen auf den Baelaren.

Die Kurve zeigt die Entwicklung der täglichen Neuinfektionen auf den Balearen.

Zahlen in Spanien weiter rückläufig

Auch die gesamtspanischen Daten vom Freitag geben Grund zur Hoffnung. Auf gut 4500 neue Fälle (der zweitniedrigste Wert seit fast drei Wochen) kommen 3500 Geheilte. Die Zahl der neuen aktiven Infektionen lag bei rund 450 und damit so niedrig wie seit dem Beginn der Pandemie nicht mehr. Dennoch: 605 Tote wurden am Freitag gezählt. Aber auch hier lässt sich zumindest ein positiver Trend ablesen. Es war die niedrigste Zahl seit dem 24. März.

Die Kurve zeigt die momentan infizierten in Spanien.

Die Kurve stellt die Momentan Infizierten in Spanien dar. Sie beginnt zu fallen, wenn die Zahl der Geheilten die der Neuinfizierten übersteigt. Das wird in den kommenden Tagen erwartet.

Alarmzustand bis 26. April verlängert

Das spanische Abgeordnetenhaus hat der von der sozialistisch geführten Regierung Sánchez vorgeschlagenen Verlängerung des Alarmzustandes bis zum 26. April am Donnerstagabend zugestimmt. Die Fraktionen von Sozialisten, Podemos, Más País, Volkspartei PP, Ciudadanos und anderen Gruppierungen stimmten der Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu.

Sánchez kündigte bereits jetzt an, dass er vermutlich weitere Verlängerungen beantragen will. Dass dann aber immer noch eine so strenge Ausgangssperre wie derzeit gelten wird, halten Experten für unwahrscheinlich.

Vorsicht Kontrolle!

Angesichts des schönen Wetters an den Ostertagen hat die Polizei die Fahrzeugkontrollen überall auf den Balearen drastisch verschärft. So sollen Ausflugsfahrten oder Fahrten zu Zweitwohnungen verhindert werden. Beamte der Guardia Civil kontrollieren vor allem die Ausfallstraßen und Kreisverkehre am Rande von Palma. Auch neben Straßen und Zufahrtsstraßen zu touristischen Zentren werden im Auge behalten.

40- bis 59-jährige am häufigsten betroffen

Die von Covid-19 am häufigsten betroffene Altersgruppe sind auf den Balearen 40 bis 59-Jährige. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Statistik der regionalen Gesundheitsbehörden hervor. Die meisten dieser Patienten jedoch überleben die Infektion relativ unbeschadet. Gefährliche Infektionen durchleben vor allem die über 70-Jährigen. 82 Prozent aller Verstorbenen gehörten dieser Altersgruppe an.

WHO: Sterberate zehnmal höher als bei Grippe

Die Sterberate des neuartigen Coronavirus sei zehnmal höher als bei einer Grippe, teilte Tedros Adhanom Ghebreyesus – Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Donnerstag (9.4.) mit. Bei einer Grippe liegt die Mortalitätsrate laut dem deutsche Robert-Koch-Institut bei etwa 0,1 bis 0,2 Prozent. Das bedeutet, von 1000 Infizierten stirbt einer oder zwei.

Die von der WHO vermutetet Sterberate dürfte also zwischen 1 und 2 Prozent liegen. Die in Italien und Spanien gemessenen mehr als 10 Prozent gelten als deutlich verzerrt, da es dort wesentlich mehr Fälle als die offiziell registrierten geben dürfte. Beobachter gehen von mehreren Millionen Infizierten in Italien und Spanien aus, was die Theorie der WHO zur Sterberate bekräftigt.

EU erhöht Druck auf Airlines

Die Europäische Union hat die Fluglinien eindringlich ermahnt, Passagieren, denen Flüge wegen der Corona-Pandemiegestrichen wurden, das Geld zurückzuerstatten oder ein Ticket für die gleiche Strecke an einem anderen Tag anzubieten. Gutscheine – wie von vielen Fluggesellschaften momentan Angeboten – reichten nur dann aus, wenn diese von den Fluggästen auch akzeptiert werden, teilte am Donnerstag ein Sprecher der EU-Kommission mit.

Mallorca-Häfen weiterhin ohne Kreuzfahrtschiffe

Auch weiterhin dürfen Kreuzfahrtschiffe wegen der Coronakrise nicht in spanischen Häfen anlegen. Ein entsprechendes Verbot der Zentralregierung wurde am Donnerstag verlängert. Im offiziellen Gesetzblatt heißt es, dass dies bis zum Ende des Alarmzustandes nicht erlaubt sei. Diese Phase endet vorerst am 26. April, eine Verlängerung wird nicht ausgeschlossen.

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Sabine / Vor 1 Monat

MM hatte gestern Herrn Dr. Arranz wie folgt zitiert:

Eine Mutierung des Virus sei bisher nicht beobachtet worden, so Arranz, es habe lediglich kleine Veränderungen ohne größere Bedeutung gegeben. (dk)

https://www.mallorcamagazin.com/nachrichten/lokales/2020/04/09/79119/dunkelziffer-der-infizierten-auf-balearen-bei-7000.html

Ich gestatte mir nochmals darauf hinzuweisen, dass diese Behauptung schlicht falsch ist:

https://nextstrain.org/narratives/ncov/sit-rep/de/2020-04-03

Offensichtlich ist man nicht gewillt den spanischen Bürgern reinen Wein einzuschenken was die Entwicklung von Impfstoffen und die Immunisierung von Personen angeht, welche die Erkrankung bereits überstanden haben. Man soll hier nicht so tun, als ob Herr Dr Arranz und die balearischen Gesundheitsbehörden schlechter informiert wären, als der Rest der Welt oder ich. Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, was los ist.