Masken und Handschuhe verschmutzen das Meer. | Save the Med Foundation/ Antonio Coll / Roger Millan

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Die Coronakrise hat auf den Balearen 227 Menschenleben gefordert, die Wirtschaft verzeichnet dramatische Einbrüche. Doch auch die Umwelt ist betroffen. Einweg-Masken und Handschuhe sorgen für eine Flut an Plastikmüll.

In Madrid und Katalonien, den beiden am stärksten vom Coronavirus betroffenen Regionen, stieg der Abfall aus dem Gesundheitssektor um 300 und 350 Prozent. Für die Balearen liegen bislang keine genauen Daten vor. Doch auch hier dürfte die Müllmenge in ähnlicher Weise angewachsen sein.

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Rund 900.000 Menschen leben auf Mallorca. Wenn nur die Hälfte der Bevölkerung durchschnittlich zwei Einweg-Masken pro Tag verwendet, wandern in einem Monat 27 Millionen davon auf den Müll, schreibt die MM-Schwesterzeitung Ultima Hora. Ein Teil davon landet wegen nicht ordnungsgemäßer Entsorgung in der Natur.

"Die Masken sind nicht nur eine Virusquelle, sondern belasten auch Flüsse und Meere. Dort dauert es 450 Jahre, bis sie abgebaut werden", sagt Rocío Muñoz, Sprecher der Initiative "Sant Joan residuos cero - Null-Abfall-Initiative Sant Joan“. Die Folgen sind bereits jetzt nicht zu übersehen und werden in den kommenden Wochen zunehmen.

"Wir raten von Einweghandschuhen ab, es sei denn, sie sind obligatorisch, wie etwa im Supermarkt. Stattdessen empfehlen wir Desinfektionsgel oder Seife", erklärt Tupa Rangel, Leiterin des Programms "Balears Sense Plastic" der Meeresschutzorganisation Save the Med Foundation. Die Stiftung warnt auch vor dem zunehmenden Verbrauch von Produkten in Plastikverpackungen.