Die Guardia Civil führt einen der geflüchteten Passagiere ab. | G. Esteban

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Die Behörden auf Mallorca gehen inzwischen davon aus, dass die Massenflucht am Flughafen Son Sant Joan geplant war. Aina Calvo, die Vertreterin der Zentralregierung auf den Balearen, betont allerdings nach wie vor: "Wir können nicht behaupten, dass es sich um eine gezielte Aktion handelt." Die Person, die den Zwischenfall geplant haben soll, wurde bereits verhaftet. Der Mann war in der Vergangenheit in Spanien wegen Eigentumsdelikten bereits polizeilich aufgefallen, heißt es aus Polizeikreisen.

Der Mann hatte am Freitagabend ein diabetisches Koma simuliert, um so eine Notlandung eines Flugzeuges in Palma herbeizuführen. Die Polizei brachte ihn ins Krankenhaus Son Llatzer, von dort versuchte er zu flüchten. Es wird angenommen, dass dieser präzise Kenntnisse über die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen besitzt. Der Flieger der Gesellschaft Air Arabia Maroc war auf dem Weg von Casablanca nach Istanbul. Eine Notlandung wäre auf dieser Stecke theoretisch in Malaga oder auch Alicante möglich gewesen.

Bei einer Befragung gab der Verdächtige an, dass sein Ziel war, dauerhaft in Spanien zu bleiben. Die Polizei wertet nun unter anderem Facebook-Nachrichten aus, wann und wie die Aktion geplant worden war. Auch die Crew wurde vernommen, die Beamten gehen derzeit aber nicht davon aus, dass diese auch an der Fluchtplanung beteiligt war.

Zudem steht das Sicherheitsprotokoll des Flughafens in der Kritik. Die Maschine sei unbewacht geblieben, zudem gab es Probleme in der Kommunikation zwischen den verschiedenen Polizeieinheiten.

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Insgesamt 21 Passagiere konnten flüchten. Zwölf davon wurden inzwischen festgenommen, diese sollen am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden.