Nach starken Regenfällen kann es zu Strandsperrungen kommen. (Foto: Majorca Daily Bulletin)

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Ein Bericht der Umweltstaatsanwaltschaft hat bestätigt, dass unbehandelte oder schlecht behandelte Abwassereinleitungen die Bucht von Palma in einem Maße stark verschmutzen. Die Werte sollen sogar über dem gesetzlichen Grenzwert liegen.

Seit 2018 untersucht ein Gericht in Palma die mutmaßliche illegale Verschmutzung durch Abwassereinleitungen, die von der städtischen Dienstleistungsagentur Emaya verwaltet werden. Das Gericht forderte von der Staatsanwaltschaft einen Bericht an, der Informationen von Emaya, dem regionalen Umweltministerium und der Abteilung Seprona der Guardia Civil enthielt.

Ein weiterer Bericht wurde in Auftrag gegeben, der sich mit der Verschlechterung des marinen Ökosystems befasst. Der Fokus liegt dabei auf der Zerstörung der Neptungräser (Posidonia), der Ansammlung von Schadstoffen auf dem Meeresboden und der Ansammlung von Schwermetallen.

Die Staatsanwaltschaft ist zu dem Schluss gekommen, dass das Abwassernetz in Palma und den Nachbargemeinden veraltet ist. Im konkreten Fall von Palma wurde es für 250.000 Einwohner ausgelegt, während die Einwohnerzahl heute bei 450.000 liegt. Im Sommer steigt diese Zahl auf 800.000 an.

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Da das Regenwasser- und das Abwassernetz miteinander verbunden sind, reicht die Kapazität nicht aus. Dies hat zur Folge, dass das System bei jedem größeren Regenfall "überläuft". Die beiden Kläranlagen sind nicht in der Lage, die Mischung aus Regenwasser und Abwasser zu bewältigen. Daher kommt es zu unkontrollierbaren Einleitungen in die Bucht. Zwischen 2003 und 2018 gab es durchschnittlich 78 solcher Vorfälle pro Jahr.

Der Bericht bezieht sich auf die Einleitung von gereinigtem Wasser in das Meer – was bereits seit über 50 Jahren so erfolgt. Es fehlt jedoch die vorgeschriebene Genehmigung der Balearen-Regierung, da das so nicht den staatlichen Vorschriften für die Abwasserbehandlung entspricht. Trotzdem hat das regionale Umweltministerium diese Verstöße nie geahndet.

Die Forscher des Spanischen Instituts für Ozeanographie und des Spanischen Instituts für Geologie und Bergbau, die den separaten Bericht erstellt haben, kommen unter anderem zu folgendem Schluss: "Es gibt mehr als genug Beweise, um zu bestätigen, dass die Abwassereinleitungen aus den Kanälen, die in die Bucht von Palma münden, an einer tiefgreifenden Verschlechterung des Lebensraums im Untersuchungsgebiet beteiligt sind."

Der Bau und die Fertigstellung einer neuen Kläranlage mit doppelter Kapazität ist erst für 2026 vorgesehen.