Inma López, Concha Bustamante y Elena Valle sind geschädigt vom Treiben der Touristen. | Marina J. Ramos

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Der Exzesstourismus ist an der Playa de Palma und in Arenal auf Mallorca zurück. Das merken vor allem nach zwei Jahren der Pandemie die Anwohner dieser Touristenzonen.
Unter ihnen auch Katia Treviño, die in der Nähe des Balneario 1 wohnt. Durch die Musik und das Geschrei auf den Straßen war es selbst in ihrer Wohnung so laut, dass sie nicht schlafen konnte. Vor allem Studienreisen und Partys, die auf der Insel veranstaltet werden, macht sie hierfür verantwortlich.

Wie die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" berichtet, strömten ab sieben Uhr morgens junge Menschen in Scharen auf die Straßen, um sich ohne Rücksicht auf Verluste zu betrinken. Auch ein weiterer Bewohner von Arenal, Alberto, empört sich darüber. "Hunderte von Jungen und Mädchen hängen die ganze Nacht herum, trinken auf der Straße, singen alle möglichen Lieder und fluchen."

Junge Partytouristen an der Playa de Palma.

Jeden Tag kommen etwa 5000 junge Menschen in El Arenal an. Zumeist sind es Jugendliche im Alter zwischen 18 und 25 Jahren aus verschiedenen Ländern Europas. Insgesamt werden in diesem Sommer schätzungsweise 20.000 bis 25.000 junge Menschen auf Studienreise gehen, somit 10 Prozent mehr als 2019.

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Katia Treviño ist nicht um kritische Worte verlegen: "Ich sehe viele Polizisten, aber man bemerkt ihre Anwesenheit nicht. Alles ist so wie in den Jahren vor der Pandemie."
David Servera von der Nachbarschaftsvereinigung Llucmajor sagt: "Wenn die Jugendlichen zusammenkommen und trinken, sind sie nicht zu stoppen." Auch Reiseveranstalter hätten Versuche unternommen, diesem Treiben Einhalt zu gebieten, jedoch ohne Erfolg.

Inma López, eine Bewohnerin der Playa de Palma, fand am Dienstagmorgen Blutspuren am Eingang ihres Hauses vor. Sie sagt: "Es riecht nach Fäkalien und Alkohol, das ist einfach nur noch ekelerregend. Ich kann hier nicht mit meinen Kindern spazieren gehen."

Concha Bustamante wohnt in einem Wohnhaus zwischen den Balnearios 3 und 4. Von ihrem Haus aus kann sie den ganzen Lärm der Bars hören. Für sie ist die Stadtverwaltung verantwortlich für das Dilemma, da sie nichts unternehmen würde. Im Gegensatz dazu verteidigt Encarna Valle, die seit 43 Jahren in Playa de Palma wohnt, die jungen Urlauber. "Sie sind es, die uns ernähren. Sie wollen sich amüsieren und machen dabei Lärm, sie sind jung.”