Eine neue Sorge für die Hoteliers auf Mallorca

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Internationale Tourismusbörse ITB in Berlin im März 2019

Bereits auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin im März dieses Jahres (Foto) zeichnete sich der Trend ab, dass die Reisebranche von den Unternehmern auf der Insel Preisnachlässe bei den Verhandlungen um Zimmer- und Bettenkontingente für 2020 fordert.

Foto: Archiv Ultima Hora

Die Hoteliers auf Mallorca, deren Unternehmertum das Rückgrat der Wirtschaft auf den Inseln darstellt, geraten zunehmend unter Druck. Seit der Rückkehr der Mitbewerber Türkei, Ägypten und Tunesien auf den Ferienmarkt ist das Potenzial der preisgünstigen Konkurrenz am wachsen. Jetzt droht ein neuer Tiefschlag vom östlichen Mittelmeer: Die griechische Regierung hat angekündigt, die touristische Mehrwertsteuer für die kommende Sommersaison von 24 auf 13 Prozent abzusenken. Das macht Reisen auf die dortigen Inseln entsprechend günstiger im Vergleich zu Mallorca.

Britische und deutsche Reiseveranstalter haben dadurch noch mehr Asse im Ärmel, um den Druck auf die mallorquinischen Hotelpartner zu erhöhen. Bereits auf der Internationalen Tourismusbörse ITB in Berlin im März dieses Jahres zeichnete sich der Trend ab, dass die Reisebranche von den Unternehmern auf der Insel Preisnachlässe bei den Verhandlungen um Zimmer- und Bettenkontingente für 2020 fordert.

Erstmals seit dem Jahre 2000 haben die ausländischen Reiseveranstalter auch keine Garantieverträge mehr gefordert, die ihnen bislang angesichts knapper Marktangebote sichere Quoten auf Mallorca bewahrt hatten. Das Marktangebot an Betten rund um das Mittelmeer ist mittlerweile wieder so groß, dass die Tourismusriesen in Deutschland und England nicht mehr in erster Linie auf Mallorca setzen müssten, berichtete die spanische MM-Schwesterzeitung Ultima Hora an diesem Wochenende.

Gabriel Escarrer Jaume, Präsident des spanischen Hotelverbandes im gehobenen Segment (Exceltur) und Vorstand des Konzerns Meliá Hotels International, räumte ein, dass die Situation kompliziert sei. Er verwies jedoch darauf, dass Hoteliers, "die ihre Hausaufgaben gemacht haben", sprich, in Modernisierung, Qualitätserhöhung und Fortbildung ihrer Mitarbeiter investiert haben, im kommenden Jahr "weniger zu leiden" haben als andere.

Der Präsident der Verbandes der Hotelketten, Gabriel Llobera, sagte, die Absenkung der Mehrwertsteuer in Griechenland sei "keine gute Nachricht" für die touristischen Interessen der Inseln und deren Unternehmen. Dies stelle ein zusätzliches Problem für die kommende Saison dar, die sich komplizierter gestalten werde als die aktuelle.

Die Präsidentin des mallorquinischen Hotelverbandes (FEHM), Maria Frontera, bestätigte, dass die Reiseveranstalter Preisnachlässe verlangten. "Das wird der allgemeine Trend sein." Aus diesem Grund sehen die Hoteliers die Notwendigkeit, Verträge intensiv auszuhandeln, je nachdem, welches Tourismusprodukt angeboten werde und welche anderen Marketingkanäle, also etwa die Direktvermarktung beim Kunden per Online-Buchungen im Internet, die traditionellen Vertriebswege durch die Reiseveranstalter ergänzen würden.

Bei den Hoteliers der Insel herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass niedrigere Preise nicht der beste Weg seien, um wettbewerbsfähig zu sein, schrieb Ultima Hora weiter. (as)

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Hajo hao / Vor 11 Monaten

Peter@ kenne ich. Zum Frühstück kannst ja dann um die Ecke ins Phönix zum Thomas aus Bayern gehen. Und auch sonst. :-) Aber auch vorne auf der Hauptstrasse gegenüber vom Kirchplatz gibt es ein sehr gutes Cafe. Oder am Beginn der Playa das Cafe Gufo ist recht angenehm imit Blick auf den Paseo.

joewandsbek / Vor 11 Monaten

Eine Bekannte fliegt morgen früh von Schönefeld nach Antalya , 1 Woche, 4 Sterne, ai, für 400 Euro, keine ecotasa. Froher war das mal von Mallorca möglich. Und der Kurzurlaub war nicht geplant. Auch diese Geldbringer werden der Insel einmal fehlen.

peter / Vor 11 Monaten

Majorcus @ Das weiß auch ich, denn in Bayern ist es ähnlich wie Österreich. Nur mit dem Wetter klappt es dort nicht so gut wie auf Mallorca. Leider ist es so.

Majorcus / Vor 11 Monaten

@peter: dann vergleichen Sie mal das in Can Pastilla erlebte mit einem Urlaub in einer familiengeführten Pension in Österreich ... - Sie werden nie wieder in den Flieger nach PMI steigen!

peter / Vor 11 Monaten

Ganz ehrlich, lieber ein einfaches Hotel auf Mallorca als vier oder gar fünf Sterne im Reich der Musels. Wir waren jetzt im wohl einfachsten Hotel von Can Pastilla, Hotel Bari. Das Hotel ist Familien geführt und alle arbeiten mit. Sehr sauber, die Menschen freundlich gesinnt, das Frühstück, na ja der Mensch wird satt mehr nicht. Für meinen Fall gerne immer wieder. Der Wunsch immer billiger wird irgendwann zum Bummerrang. Bitte nicht.

Hajo Hajo / Vor 11 Monaten

Das geschieht ihnen recht. Zuerst den Zirkus im östlichen Mittelmeer über den Anstand hinaus ausnützen und die Preise verdreifachen, und sich jetzt beklagen dass damit Ende ist. Die Gewinne können sie ja nun zur Deckung der Mindereinnahmen nutzen, sofern noch vorhanden?

Metti / Vor 11 Monaten

Es war doch klar, das Grichenland, etc wieder kommen. Türkei lasse ich mal aussen vor, da politisch dort sich wieder ins Mittelalter bewegt. Zudem die Lira im freien Fall ist, von Lohnverhältnissen und Ausbeutung ganz zu schweigen. Genügend billige Arbeiter sind ja nun dort auch noch da, dank der Flüchtlingskriese. Von daher kann man die Türkei zur Zeit nicht ans selbe Mass legen und Vergleiche herleiten. Bei Griechenland ist die Frage, ob sie sich mittlerweile so eine drastische Steuersenkung leisten können. Der Finanzielle Supergau ist ja nun so lange noch nicht her...

Hans B / Vor 11 Monaten

Ich war gestern zu Besuch im 4-Sterne Hotel Hispania, die sollen richtig richtig froh sein, dass es irgendwelche vollsuff Aspiranten gibt die sowas buchen. Von wegen Qualität ... und wie man mitbekommt kommt ja wenig von dem Geld beim arbeitenden Volk an, wie immer halt

Verwundert / Vor 11 Monaten

Also, wer jetzt überrascht ist, dass andere Destinationen wieder konkurrenzfähig sind, sind zu bedauern. So verblendet kann doch niemand sein. Da muss man sich schon einmal früher Gedanken machen und ggf. vorbeugende Überlegungen anstellen. Zitat:"...die Direktvermarktung beim Kunden per Online-Buchungen im Internet, die traditionellen Vertriebswege durch die Reiseveranstalter ergänzen würden" Das halte ich für Augenwischerei. Wenn man eine Pauschalreise bucht, zahlt man incl. anteilig den Flug ca. 30-40€, bei einer Direktbuchung ohne Fluganteil 120€. Die Kunden sind doch nicht dämlich. Da muss sich noch einiges tun. Und 5-Sterne auf Mallorca sind noch lange keine 5-Sterne in Griechenland, Türkei oder Ägypten. Der Vergleich hinkt.

Rafa M. / Vor 11 Monaten

Wunderbar! Super das Griechenland wieder im Spiel Ist! Dann kommen die Hotels auf Mallorca auch mal wieder vom " hohen Roß" runter! Dann heisst es nicht ( aus erster Hand) Obwohl ein Angebot von einem führenden Reiseanbieter bestand, das man eine bestimmte Hotelgruppe das ganze Jahr durchgängig mit Urlaubsgästen bis in die darauffolgende Saison " belieferern " kann, : Nein wir brauchen auch mal Urlaub, und machen im Oktober zu! Dafür fangen wir aber auch erst im Juni wieder an! Die Hotelangestellten hätten sich sicher über den Ganzjahresjob gefreut! Und der Besitzer der Hotelgruppe sicher auch über Das Angebot des Veranstalters..... Nur schade das der gute Mann da sicher nichts von mitbekommen hat! Also Leute , auf nach Griechenland....! Ist auch sehr schön dort! Und es regt vielelicht die hochnäsige Denkensweise der mallorquinischen Hotels etwas an!!