Insbesondere im Hotel- und Gaststättengewerbe wächst die Zahl ausländischer Beschäftigte | Josep Bagur Gomila

Die Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte für das Wirtschaftswachstum auf Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln hat in den vergangenen Jahren rapide zugenommen. Mittlerweile stammt praktisch jeder vierte Arbeitnehmer auf dem Archipel aus dem Ausland, ein spanienweiter Rekord. Insbesondere das Hotel- und Gaststättengewerbe ist mehr denn je auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen, um die von Jahr zu Jahr größer werdenden Personallücken überhaupt noch schließen zu können.

Nach den am Dienstag vom Ministerium für Eingliederung, soziale Sicherheit und Migration veröffentlichten Daten stieg die Zahl von ausländischen Beschäftigten im Juni um 42.967 Arbeitskräfte auf den Balearen, was einem Zuwachs von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht (15.471 Arbeitskräfte mehr). Dieser Anstieg überrascht insofern, als dass Ausländer auf den Balearen in der Regel sehr viel weniger verdienen als ihre einheimischen Kollegen. Nach Statistiken des Ministeriums über die Beitragsgrundlagen und die Beitragszahler verdienen ausländische Arbeitnehmer im Durchschnitt 20 Prozent weniger als Einheimische. Die jüngsten Daten (vom März letzten Jahres) zeigen, dass der ausländische Durchschnittslohn bei 1674 Euro brutto pro Monat liegt, also 20,5 Prozent unter dem nationalen Durchschnittsgehalt von 2.105 Euro.

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Allerdings gibt es bei der Lohnverteilung unter ausländischen Arbeitnehmern je nach Nationalität große Unterschiede. Deutsche Arbeitnehmer – 11.753 auf den Balearen, die drittgrößte Nationalität nach Italienern und Marokkanern – verdienen einen Bruttolohn im Durchschnitt von 2.470 Euro pro Monat. Französische Arbeitnehmer (3508 Arbeitnehmer auf den Inseln) haben eine durchschnittliche Beitragsbasis von 2710 Euro. Nationalitäten wie die Marokkaner (mit 13.500 Beitragszahlern die zweitgrößte Gruppe auf den Inseln) liegen dagegen unter 1.600 Euro. Ähnlich sieht es bei Chinesen (1.340 Euro), Venezolanern (1.458 Euro), Kolumbianern (1.425 Euro), Ecuadorianern (1.529 Euro) oder Marokkanern (1.454 Euro) aus, um nur einige der wichtigsten Nationalitäten auf dem balearischen Arbeitsmarkt zu nennen. Die Staatsangehörigen der Europäischen Union verdienen durchschnittlich 1.940 Euro, etwa 500 Euro mehr als Arbeitnehmer aus anderen Ländern. Rumänien ist mit mehr als 8.000 Arbeitnehmern auf dem Archipel und einem Durchschnittswert von 1.603 Euro pro Arbeitnehmer das EU-Land mit dem niedrigsten Durchschnittslohn.

Diese Lohnunterschiede zeigen allerdings auch, dass die Mehrheit der ausländischen Arbeitskräfte Tätigkeiten ausübt, die von den einheimischen Arbeitskräften entweder wegen ihrer Härte oder wegen der niedrigen Löhne abgelehnt werden. Die meisten dieser Arbeitnehmer sind im Hotel- und Gaststättengewerbe (51.235 Beschäftigte) und im Baugewerbe (14.880) tätig.