Der Busbahnhof befindet sich in Palma unter der Plaça d'Espanya. Dort fahren die rotgelben Überlandbusse ab. | Foto: Schittelkopp

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An der Plaça d'Espanya in Palma, Mallorcas Knotenpunkt für Busse und Züge, herrscht an Sommertagen Hochbetrieb: Touristen fahren gemütlich die Rolltreppen nach oben und schauen sich um, Einheimische springen, zwei Stufen auf einmal nehmend, die Treppe nach unten, um ihren Anschluss noch zu erwischen.

Der Inselverkehr hat keinen guten Ruf: Neben den Stadtbussen gelten auch die rotgelben Überlandbusse Tib (Transportes Illes Balears), die von privaten Lizenznehmern betrieben werden, als überfüllt, unpünktlich, teuer für Passagiere und Steuerzahler. Im Zuge der Sparmaßnahmen stellte der Inselrat einige Verbindungen ein und spitzte die Situation zu. 106 Verbindungen an 1123 Haltstellen bestehen aktuell im Sommer, 75 sind es im Winter.

Urlauber nutzen besonders in den Touristenorten die Busse, um beispielsweise zum Markt in den Nachbarort zu fahren. Die Nummerierung der Busse funktioniert dabei folgendermaßen: Alle Busse mit einer 100er Nummer fahren im Südwesten der Insel, die 200er decken die Tramuntana ab, die 300er die Ebene "Pla" im Zentrum Mallorcas, die 400er den Osten der Insel, die 500er Linien befahren den Süden und Verbindungen mit einer 800er-Nummer fahren zu den Märkten – meistens nur in der warmen Jahreszeit.

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Mittlerweile gibt es die Internetseite www.tib.org auch auf Deutsch, dort sind Fahrpläne, Verbindungen und Preise aufgelistet. Auf www.tib.org werden auch Ausflugstouren vorgestellt, die man mit den Bussen unternehmen kann. Reisende sollten wissen, dass keine Räder transportiert werden – ebenso wenig wie Hunde.

Die Webseite funktioniert jedoch nicht immer fehlerfrei, diese Erfahrung musste Andrea Bode aus Frankfurt/Main machen. Sie und ihr Freund wollten während ihres Urlaub Anfang Juli abends mit der letzten Metro nach Son Sardina fahren. Doch der Internetfahrplan war falsch, die letzte Metro war schon weg: "Wir mussten dann lange auf einen Bus warten, das war ärgerlich", sagt die 30-Jährige. Das war schon das zweite Mal, dass die Internetauskunft von Tib versagte: Im vergangenen September wollte die junge Frau mit Tib nach Canyamel fahren, laut Internet kein Problem. Doch der Busfahrer nahm sie nicht mit: Denn die angegebene Umstiegsmöglichkeit existierte nicht. "Er sagte nur, man soll nicht alles glauben, was im Internet steht." (cls)

(Aus MM 30/2015)