Zeit der Fülle

Mallorcas Obstsorten reifen derzeit Schlag auf Schlag heran

Kirschen sind auf der Insel recht selten, typischer sind die quittenähnlichen gelben Mispeln sowie im Hochsommer auch Wasser- un

Kirschen sind auf der Insel recht selten, typischer sind die quittenähnlichen gelben Mispeln sowie im Hochsommer auch Wasser- und Honigmelonen.

Foto: Foto: Patricia Lozano
Kirschen sind auf der Insel recht selten, typischer sind die quittenähnlichen gelben Mispeln sowie im Hochsommer auch Wasser- unDie frühe Birnensorte "Peras de Sant Joan" ist nur aprikosengroß, aber köstlich.Farbe für den Sommer: Pflaumen mit ihrer roten, gelben, blauen oder grünen Haut.

Kalendarisch hat der Sommer genau am 21. Juni um 7.04 Uhr begonnen, doch Temperaturen und Ambiente nahmen die heiße Jahreszeit schon seit Längerem vorweg. In den Gärten auf Mallorca beginnt jetzt die Zeit der Fülle. Nicht unbedingt für die Gräser, die zur Freude der Allergiker langsam in der Hitze verdorren, sondern wegen der vielen Fruchtsorten, die nun Schlag auf Schlag heranreifen. Obstbäume oder andere Gewächse, die die Wassermengen aus dem regenreichen Frühjahr speichern, profitieren jetzt von den Strahlen der Sonne, bis die volle Reife erreicht ist.

Vor allem Aprikosen und Kirschen sind es, die auf Mallorca traditionell den Übergang vom Frühling zum Sommer markieren. Leckere Ware frisch von der Insel kommt in diesen Tagen nach und nach auf den Markt. Bei den Aprikosen hat es dieses Jahr ungewöhnlich lange gedauert, bis es endlich so weit war.

"Wegen des kühlen Wetters hat sich die Ernte 14 Tage verzögert. Dafür sind die Früchte aber auch größer und saftiger als sonst. Wir erwarten deswegen eine besonders ergiebige Ernte", sagt Esperança Mora von der Landwirtschaftskooperative in der Aprikosenhochburg Porreres.

Die Ernte der frühen Sorte "Rojo Carlet" hat bereits begonnen, das Einbringen der "Canino" steht in den nächsten Tagen auf dem Programm. Voraussichtlich erst nach dem großen Aprikosenfest am 22. Juni in Porreres kann die "Galta Roja" geerntet werden. Dabei handelt es sich um die mallorquinische Sorte par excellence.

"Wenn Ihnen die Ware aus Porreres nicht reif genug ist, probieren Sie es mal mit einer Charge aus Montuïri", so Miquel Gelabert vom Olivar-Markt in Palma. Das Obst aus der Nachbargemeinde sei in diesem Jahr etwas früher dran. Ergänzt wird das Angebot an frischen Saisonfrüchten derzeit auch von den auf Mallorca eher seltenen Kirschen, die vor allem im geschützten Mikroklima von Orient, Artà oder Puigpunyent gedeihen.

Auch Pflaumen gehören zu den typischen Sommerfrüchten der Insel. Einige Sorten sind bereits seit Wochen erhältlich, die süßesten Varianten folgen dann ab Juli. Vor allem die Rund- und Eierpflaumen die ein saftiges gelbes oder auch rosafarbenes Fruchtfleisch besitzen. Ihre Haut gibt dem Sommer Farbe: Sie kann sowohl rot und gelb als auch blau oder grün sein.

Eine Besonderheit sind unterdessen die gelben Mispeln ("nísperos"). Das Obst ist allerdings wegen seines zähen Fleischs und des quittenähnlichen Geschmacks nicht jedermanns Sache, zumal auch die Haut mühsam mit einem Messer abgezogen werden muss. "Die kleinen bestehen zum größten Teil aus dem Kern, sind schmecken dafür aber aromatischer als die großen", so Markthändler Miquel Gelabert.

Auch die frühe Birnensorte "Peras de Sant Joan" empfiehlt er trotz Miniformat wärmstens. Ihr Fleisch ist zugleich saftig und fest.

Der Höhepunkt des Sommers dürfte erreicht sein, wenn ab Juli/August das Gros der einheimischen Wasser- und Honigmelonenproduktion auf den Markt kommt, was jedes Jahr mit einem Fest in Vilafranca gefeiert wird. Dieses Jahr fällt es ungewöhnlich spät auf den 1. September.

Etwa zur gleichen Zeit geht der sommerliche Überfluss schließlich mit Feigen und Trauben zu Ende. Keineswegs alle Sorten werden zu Wein gekeltert. (mic)

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