Allein in Palma gingen am 8. März 2018 rund 20.000 Frauen aus Protest auf die Straße. | Miquel Àngel Cañellas

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Eigentlich handelt es sich bei der Reportagereihe „Re.:“ um ein Format des Senders Arte. Wiederholungen sind aber auch bei Tagesschau 24 zu sehen. An diesem Freitag, 29. Oktober, läuft dort um 23.30 Uhr die Folge „Der große Frauenstreik. Junge Spanierinnen machen Politik“ aus dem Jahr 2018.

„Alle sagen, die Lage der Jugend ist hoffnungslos. Aber mit dem großen Frauenstreik können wir wirklich etwas erreichen!“ Sara Naila und Carlota (19 und 24), Studentinnen und Aktivistinnen in Madrid, wollen für den 8. März 2018 einen Generalstreik der Frauen in Spanien organisieren. Schon in den vorangegangenen beiden Jahren gab es am Frauentag riesige Demonstrationen, und 2017 legten viele Frauen die Arbeit für eine Stunde nieder. Diesmal soll der Streik einen ganzen Tag dauern, im gesamten Land und in allen Berufen, von Professorinnen bis hin zu prekär beschäftigten Haushaltshilfen – ein starkes Signal.

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„Unser Land ist immer noch sehr machistisch, es gibt viel Gewalt gegen Frauen, die Hausarbeit machen sie ganz allein, sie verdienen weniger Geld und werden bei Kürzungen als erstes entlassen. Wir wollen diese alten Rollenmuster nicht mehr bedienen“, sagt Carlota. Dazu gehört auch der Kampf gegen eine Verschärfung des Abtreibungsrechts, für die Selbstbestimmung über den eigenen Körper.

Es ist nicht leicht für die jungen Frauen, sich im konservativen, katholischen Spanien Gehör zu verschaffen und einen modernen Lebensstil durchzusetzen. „Vor allem weil man die Krise genutzt hat, um die Freiheiten und Rechte der Frauen zu beschneiden“, sagt der Soziologe Ernesto Garcia. Doch gerade jetzt sei der Feminismus die lebendigste und zukunftsträchtigste Bewegung in Spanien. Der Film begleitet Sara und Carlota bei ihrem feministischen Engagement und der Organisation des Streiks bis hin zum 8. März. Werden sie durchhalten, können sie es tatsächlich schaffen, Frauen aller Generationen für den Streik zu gewinnen – auch wenn diese damit vielleicht ihren kostbaren Arbeitsplatz aufs Spiel setzen?

Gelingt es ihnen, ein nachhaltiges Signal an die konservative Politik zu senden, dass die jungen Frauen ein selbstbestimmtes, modernes Leben wollen? Welche Visionen haben die Spanierinnen der Generation „Jugend ohne Zukunft“?