Alpha Pam Jackson starb am 21. April. | Foto: UH

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Der Tod eines illegalen Einwanderers auf Mallorca hat eine Debatte über die Gesundheitspolitik der PP-Regierungen auf den Balearen und in Madrid entfacht. Der 28-jährige Senegalese Alpha Pam starb an Tuberkulose, weil er offenbar nicht richtig behandelt wurde - er konnte keine Gesundheitskarte vorweisen. Während Opposition und mehrere Ärzte-, Patienten- und Menschenrechtsvereinigungen Klagen wegen unterlassener Hilfeleistung einreichen wollen und den Staatsanwalt zum Handeln auffordern, weist das Gesundheitsministerium in Palma die Vorwürfe zurück.

Die Balearen-Regierung hatte im Zuge ihrer Sparpläne beschlossen, dass nur noch legal gemeldete Bürger die Gesundheitskarte erhalten, die für eine Behandlung in den staatlichen Gesundheitszentren und Kliniken Voraussetzung ist. Kritiker warnten vergeblich vor den Konsequenzen für die Gesundheit von Einwanderern und Einheimischen.

"Der Ausschluss aus dem Gesundheitswesen hat den Tod eines Menschen mit einer heilbaren Krankheit gefordert", meint die Ärztevereinigung "Médicos del Mundo" in einer Mitteilung. Alpha Pam sei trotz eindeutiger Symptome nicht richtig behandelt und auch nicht in die Klinik eingewiesen worden, weil er die Gesundheitskarte nicht vorweisen konnte.

Pam, der sich seit acht Jahren in Spanien aufhielt und in Can Picafort wohnte, hatte dieser Darstellung zufolge eine Odyssee durch die Gesundheitszentren absolviert. Er habe schließlich Medikamente erhalten, aber keine Diagnose. Im Krankenhaus von Inca, wo man ihn hingeschickt hatte, sei er wegen der fehlenden Papiere zweimal nicht vorgelassen worden, beim dritten Mal schließlich habe man ihn kurz untersucht - nachdem er eine Kosteneinwilligung unterschrieben hatte -, aber nicht stationär aufgenommen. Pam starb am 21. April.

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Balearen-Gesundheitsminister Martí Sansaloni bestreitet den Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung. Am 5. April habe man in Inca die Tuberkulose diagnostiziert, Medikamente verschrieben und den Patienten aufgefordert, erneut zu erscheinen. Auch das übliche Protokoll bei gefährlichen Infektionskrankheiten sei eingehalten worden.

Sansaloni wirft seinen Kritikern vor, mit einem tragischen Fall Politik zu machen. Der Tod Pams habe nichts mit der fehlenden Gesundheitskarte zu tun. Die Regierung habe damals per Dekret festgelegt, dass in schweren Fällen oder solchen mit Gefahr für die öffentliche Gesundheit immer eine Behandlung erfolge, egal ob sich der Patient legal oder illegal im Lande aufhalte.

Die PSOE im Balearen-Parlament will sich mit dieser Erklärung nicht zufrieden geben. Die Verantwortlichen für den Tod Pams müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Der Ombudsmann auf den Balearen hat inzwischen angekündigt, die Vorgänge zu untersuchen.

Die sterblichen Überreste Pams sind zwischenzeitlich in seine Heimat, den Senegal, überführt worden. (jog)