Erstmals auf Mallorca Feuerbakterium im Weinberg

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Erstmals wurden in Weinpflanzungen der Insel vier befallene Weinstöcke entdeckt. Der Standort ist unbekannt.

Erstmals wurden in Weinpflanzungen der Insel vier befallene Weinstöcke entdeckt. Der Standort ist unbekannt.

Foto: Gemma Andreu

Das Feuerbakterium (Xylella fastidiosa) hat auf Mallorca erstmals auch Weinstöcke befallen. Wie die spanische MM-Schwesterzeiting Ultima Hora berichtet, wurden bei Untersuchungen des Instituts für Pflanzengesundheit vier positive Proben festgestellt. Der balearische Argrarminister Vicenç Vidal will sich am kommenden Dienstag mit Vertretern der Winzervereinigungen treffen und Maßnahmen besprechen.

Das Agrarministerium wartet derzeit noch die Ergebnisse von Parallelproben ab, die beim Referenzzentrum in Valencia ausgewertet werden. Der Standort der befallenen Weinstöcke wurde nicht mitgeteilt.

Die Geschäftsführerin des anerkannten Weinbaugebiets DO Binissalem, Marga Amat, sagte, das Auftauchen des Feuerbakteriums in den Weinbergen sei keine Überraschung, da bekannt sei, dass der durch Insekten übertragene Erreger neben vielen anderen Nutzpflanzen auch Weinstöcke befalle. "Wir werden wie in Kalifornien lernen müssen, mit der Xylella zu leben", sagte Amat.

Die Pflanzenkrankheit, im Agrar-Jargon auch "Oliven-Ebola" genannt, wurde erstmals im November auf Mallorca nachgewiesen. Seitdem wurden 2384 Proben ausgewertet, 341 wurden positiv auf Xylella getestet. Landwirte auf Mallorca fürchten die Ausbreitung des Feuerbakteriums. Als anfälligsten gelten derzeit Mandelbäume im Inselinnern. Hier seien bereits viele abgestorben oder nicht mehr zu retten.

Noch werden auf Mallorca lediglich die betroffenen Bäume und Sträucher beseitigt. Die Europäische Kommission prüft unterdessen, ob auf Mallorca nicht doch das gängige Bekämpfungsprotokoll anzuwenden sei. Das würde bedeuten, dass auch alle anderen Bäume in einem Umkreis von 100 Meter zu beseitigen sind. (as)

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Karl / Vor über 2 Jahren

Den Agrarbetrieben Mallorcas ist seit Jahren bekannt, dass es nur eine Frage der Zeit war bis das Feuerbakterium die Balearen erreicht. Fatal ist nur, dass man es verpasst hat, in Zusammenarbeit mit der öffentlichen Hand geeignete Methoden zur Vermeidung größerer Schäden oder einer hoffnungslosen Situation zu erarbeiten. Wie immer taucht man hier lieber ab und bläst im Übermaße Insektizide über die Felder, als sich z.B. in Italien über deren Erfahrungswerte verschiedenster Methoden in der Bekämpfung von Xylella fastidiosa zu machen. Mangels eines wirksamen Mittels sind den Bauern radikale Methoden, wie auch das Abholzen des gesamten Baumbestandes im Umkreis von 100 Metern; immerhin ein Kreis von 200 Metern Durchmesser; ein Dorn im Auge. Manche Parzellen geben das nicht her und schwupps wird beim Nachbarn mit abgeholzt. Da den Betroffenen auch keine unbürokratisch finanzielle Unterstützung zukommt, wird das Thema lieber verheimlicht. Dass das Bakterium diese Insel massiv verändern kann; man möge sich nur die Tramuntana ohne Olivenbäume vorstellen; ist noch nicht in den Köpfen der Verantwortlichen angekommen. Die Problematik ist sehr komplex, denke man alleine nur an die verwahrlosten Agrarflächen, um die sich manche Erben nicht mehr kümmern wollen oder können. Dies sind Brutstätten all solcher Plagen. Die Insel ist voll von ungepflegten Mandelhainen, in denen sich das Bakterium zurückziehen kann.

Schlucki / Vor über 2 Jahren

Oooooch ne - einen guten sangriafähigen Rotwein gibt es doch auch in der Türkei ! Derzeit supergünstig , Preistendenz fallend .

MK / Vor über 2 Jahren

Kein Sangria mehr trinken...