So verlief der erste Tag des Pilotprojekts auf Mallorca

| Palma, Mallorca |
Per Bus geht es für die meisten Urlauber ins Hotel.

Per Bus geht es für die meisten Urlauber ins Hotel.

Foto: Patricia Lozano
Per Bus geht es für die meisten Urlauber ins Hotel.Diese deutschen Urlauber sind einfach froh, Urlaub auf Mallorca machen zu können.Der Medienrummel am Montagmorgen am Airport Palma war gewaltig.Eine Mitarbeiterin von Tui wartet auf die Gäste.Ministerpräsidentin Francina Armengol mit Tui Vorstand Sebastian Ebel.

Die Freude steht Chema an diesem Montag ins Gesicht geschrieben. Auch deshalb setzen er und seine Kollegen spontan zum Applaus an, als die erst Fuhre deutscher Urlauber vor dem Hotel Riu Concordia an der Playa de Palma auf Mallorca "abgeladen" wird. Ohne Touristen, erklärt der Page in sandfarbenener Hoteluniform, gebe es auf Mallorca weder Jobs noch Geld. Er selbst hatte seit Januar keine Arbeit mehr.

"Ich konnte es deshalb kaum erwarten, endlich wieder loszulegen. Im Moment bin ich dafür zuständig, den Urlaubern unsere Hygienemaßnahmen zu erklären", sagt der Mittvierziger in mindestens 15 Mikrofone, die ihm von den Kamerateams unter die Nase gehalten werden. Die vielen Deutschen, die unterdessen ihre Koffer und Taschen dem Bauch des hellblauen Tui-Busses entnehmen, sind verblüfft ob des Medienrummels, der sie vor der frisch-renovierten Vier-Sterne Herberge an Palmas Partymeile erwartet.

Dabei war schon am Montagmorgen am Flughafen klar, welch ein Echo das balearische Pilotprojekt in ganz Deutschland und Spanien ausgelöst hatte. Fast 25 Kamerateams vom Fernsehen sowie zahlreiche Vetreter von Hörfunk und Zeitungsmedien hatten sich ab zehn Uhr in Son Sant Joan versammelt, um ihre Zuschauer, Leser und Hörer zu Zeugen dieses Spektakels zu machen – die ersten Deutschen kommen nach der Coronakrise wieder nach Mallorca!

Der Medienrummel am Montagmorgen am Airport Palma war gewaltig.

Um kurz vor halb zwölf war es dann soweit, und die Touristen traten durch die Glastüren in die Empfangshalle. "Es ist schön, hier auf Mallorca zu sein", so die einhellige Meinung der meisten, "ein bisschen anders als sonst, aber troztdem schön!"

Die überwiegende Zahl der Menschen, die an Bord des Tuifly-Fluges 2312 waren, sind Pauschalurlauber, aber auch einige Hausbesitzer waren dabei. Angst vor einer Infektion? "Weder in Deutschland, noch hier", so der Tenor unter den Reisenden.

Etwa 45 Minuten dauert es, bis die knapp 200 Passagiere, die bereits während des Fluges von Kamerateams des deutschen Fernsehens begleitet wurden, in die Busse auf dem Vorplatz des Airports steigen. Ein Bild, fast wie eh und je. Hostessen in Röcken und hellblauen Blusen, Tui-Flaggen und auf Hochglanz polierte Busse, die die "Versuchskaninchen" an die Playa de Palma beziehungsweise nach Alcúdia bringen.

Eine Mitarbeiterin von Tui wartet auf die Gäste.

Und während die "Alemanes" an der Rezeption einchecken, fährt die Balearen-Regierung bei der Pressekonferenz für die Medienvertreter, die ebenfalls im Riu Concordia stattfindet, alles auf, was Rang und Namen hat. Ministerpräsidentin Francina Armengol, Palmas OB José Hila, Inselratspräsidentin Catalina Cladera – sie alle sind hier, um nun offiziell den Startschuss für die Urlaubersaison zu geben.

Tui-Vorstandsmitglied Sebastian Ebel, der ebenfalls zu Gast ist, versichert: "Wir sind stolz, dass unser erster Flieger nach dieser Krise nach Mallorca ging." Die Zusammenarbeit mit den Behörden auf der Insel lobt der Manager in den höchsten Tönen. "Da stimmt alles, auf professioneller wie auf menschlicher Ebene. Mallorca wird eine Urlaubersaison haben und auch diese wird gut sein."

Ministerpräsidentin Francina Armengol mit Tui Vorstand Sebastian Ebel.

Und auch vonseiten der Insel-Institutionen hört man an diesem Vormittag nichts als Freude darüber, dass die Deutschen endlich wieder nach Mallorca kommen. "Wir heißen Euch mit offenen Armen willkommen", so Inselratschefin Catalina Cladera.

Und während Politik und Presse noch im klimatisierten Saal mit der Arbeit beschäftigt sind, klingen nur wenige Meter entfernt, auf der Pool-Terrasse des Hotels, schon die Spritz-Gläser aneinander und der Zapfhahn zischt. Kaum einen der Urlauber hat es lange auf dem Zimmer gahelten, vielmehr heißt es bei den meisten jetzt: Abschalten und die Sonne genießen. Eben ein bisschen anders als sonst, aber troztdem schön.

Knapp 11.000 Urlauber sollen über das Pilotprojekt bis Ende des Monats auf die Insel kommen – meist im Rahmen von Pauschalreisen. Bereits am 21. Juni aber öffnet Spanien seine Grenzen für Jedermann, sodass die Gesamtzahl der Touristen – abhängig natürlich von den verfügbaren Flügen – bereits dann kräftig steigen dürfte.

Kommentar

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Silke / Vor 10 Tage

@Majorcus: Ganz einfach, weil Sie immer alle in einen Topf werfen und denken, dass Sie allwissend sind und dann wissen Sie auch, wie viel Prozent der Bevölkerung dies nicht wissen.

"unite behind the science" - wird glaube ich so geschrieben ;-)

Majorcus / Vor 10 Tage

@Silke: Wenn Sie verstehen, was ich meine - warum beantworten Sie dann nicht die Frage? Außerdem kommentiere ich nur selektiv.

Silke / Vor 10 Tage

@Majorcus: Sie könnens nicht lassen! Immer das letzte Wort haben müssen und alle anderen Schreiberlinge in einem Kommentar zusammenfassen! Und ganz ehrlich, ich kann lesen und weiß, was Sie meinen, also hören Sie bitte auch mal damit auf, andere immer für dumm zu verkaufen. Vielen Dank!

Majorcus / Vor 12 Tage

@silke: Sie schreiben: "keine Umweltverschmutzung mehr," - dann lassen sie Dr. Google bitte mal durchzählen, wie oft ich in den letzten 12 Wochen Kommentare hier mit "Unite behinde the science" beendnet habe - ein universell gültiger Grundsatz - gibt für Virus wie EU-Klima-Notstand. Sie schreiben: "ständig kommt es im Fernseher, (...) der letzte Mensch kapiert haben muss und wenn nicht, dann hat er es vorher schon nicht verstanden," - genau so EINE Person kann Infektionsketten mit hunderten Toten nach sich ziehen. Eigenverantwortung ist ein tolles Konzept - wie viel % der Bevölkerung sind dazu leider nicht geeignet? @wala: Haben Sie schon einmal von Demokratie & Meinungsfreiheit gehört? Oder das Zitat von: „Vaterlandslose Gesellen“ - Bundestagspräsident Thierse übt scharfe Kritik an Unternehmern, die Standorte ins Ausland verlagern" www.welt.de/politik/article306030/Vaterlandslose-Gesellen.html Hoffentlich erschüttert dies Ihr eindimensionales links-rechts Denken. Ihr Zensurverständnis würde nach Nord-Korea, Saudiarabien oder China passen.

wala / Vor 14 Tage

@Pedi: Seien Sie Patriot & machen Urlaub in deutschen landen - dort gibt es auch die besten Krankenhäuser mit Maximalversorgung! Auf den Balearen gibt es davon nicht eines

und das MM Magazin winkt so einen Kommentar von @Majo anstandslos durch? Da sollte die Redaktion doch einmal darüber nachdenken!! Und dieses rechte Geschwafel Patriot von ihm, sagt alles!

Silke / Vor 15 Tage

@Metti: Danke fürs Erklären! Hätte ich jetzt ohne Ihren Kommentar mal wieder nicht gewusst...

typische negative Haltung, kein Vertrauen gegenüber anderen Menschen...

Vielen Dank! Fehlt nur noch ein Kommentar vom anderen Erklärbär Majorcus.

Metti / Vor 15 Tage

Silke: na da wäre ich nicht von überzeugt, das die Hygieneregeln bei jeden angekommen sind. Teils werden sie für den Urlaub ja auch nicht akzeptiert. "Zuhause ok, aber im Urlaub will ich davon nichts wissen." Eine Maske wird hier zB. VERFPLICHTEND wenn im Freien die 1,5 M nicht eingehalten werden können. Es wird also nicht nur zu geraten, diese aufzusetzen, sondern man MUẞ sie aufsetzen. Frage mal die ankommenden Reisenden, ob denen das so bewußt ist. Klar sollen die Touristen hier einen, im Ramen, unbeschwerten Urlaub machen. Wenn nicht grad der Megapark aufmacht und sich das darin wieder richtig knubbelt, bleibt es warscheinlich auch unbeschwert. Diese Hotspots der Virusübertragung sind der Knackpunkt.

Silke / Vor 16 Tage

Ach und übrigens @Majorcus: Es ist doch interessant, dass es, seit das Virus kursiert, nur noch darum geht... Es gibt auf einmal keine Umweltverschmutzung mehr, keine Flüchtlinge, keine Kriege, keine hungernden und verwahrlosten Kinder, keine misshandelten Tiere etc. Ich könnte die Liste noch ewig so weiterführen, aber ganz ehrlich, es wird mal Zeit, damit aufzuhören, ständig über Hygienevorschriften und Abstandsregeln zu diskutieren. Es wurde schon so viel darüber geschrieben und ständig kommt es im Fernseher, sodass es nunmehr auch der letzte Mensch kapiert haben muss und wenn nicht, dann hat er es vorher schon nicht verstanden, aber dann kann man da auch nichts machen. Immer bei sich selbst anfangen und darauf achten, dass man andere nicht unnötig in Gefahr bringt. Auch mal wieder nach seinem eigenen Ermessen handeln und sehen, was kann ich verantworten und was nicht und sich vielleicht auch mal wieder um alltägliche Dinge kümmern, wie z.B. Menschen, die ihre Miete nicht mehr bezahlen können, nichts zu essen haben etc.

Silke / Vor 16 Tage

@Majorcus: Bitte interpretieren Sie in meinen Kommentar nicht etwas hinein, was ich überhaupt nicht geschrieben habe! Ich habe lediglich geschrieben, dass ich allen einen tollen Aufenthalt wünsche, denn dazu ist Urlaub da. Auch gehe ich davon aus, dass die Urlauber dort sich sehr wohl an die entsprechenden Regeln halten! Das nennt sich Selbstverantwortung. Also bitte, Ball flach halten und den Urlaubern dort auch mal etwas gönnen, danke!

Majorcus / Vor 16 Tage

@Pedi: Seien Sie Patriot & machen Urlaub in deutschen landen - dort gibt es auch die besten Krankenhäuser mit Maximalversorgung! Auf den Balearen gibt es davon nicht eines ... @Schäfflertanz: Normalerweise soll Tanzen ja helfen - Sie sind die Ausnahmen, die die Regel bestätigt. @Silke: Es geht nicht um gute Laune, sondern vorausschauende Hygiene, um das Vermeidbare zu verhindern. Wer das nicht miteinander kombinieren kann, der sollte besser gar nicht verreisen und sich mit Resilienz beschäftigen. @Metti: Könnte hinter Gloria nicht Ken-0 stecken? @Kira: Könnte das am Magazin liegen?