Auf dem Papier gibt es immer weniger Mallorca-Deutsche. Das Archivfoto entstand an der Playa de Palma.

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Die Zahl der auf Mallorca und den Nachbarinseln gemeldeten Deutschen ist seit 2011 um die Hälfte gesunken. Das geht aus der Bevölkerungsstatistik hervor.

36.681 Deutsche waren im Jahr 2011 auf den Balearen registriert; inzwischen sind es nur noch 19.108. Inselkenner gehen jedoch davon aus, dass es sich nicht um eine reale Abwanderung handelt, sondern um ein steuerliches Phänomen. Da Spanien in den Krisenjahren dazu übergegangen ist, das Auslandsvermögen über 50.000 Euro bei Residenten mit dem Formular 720 genau zu erfassen, haben offenbar viele ihren offiziellen wirtschaftlichen Lebensmittelpunkt wieder in die Heimat verlegt.

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Je nach Umständen kann das völlig legal sein, zum Beispiel wenn eine Finca nur die Hälfte des Jahres bewohnt wird, oder wenn die Einkünfte überwiegend in der Heimat erzielt werden. Selbst wer eigentlich den Großteil des Jahres auf Mallorca verbringt, ist von den Behörden nicht ohne Weiteres zu erfassen, wenn in Deutschland noch Bindungen und ein Wohnsitz vorhanden sind.

Durch eine Abmeldung aus Spanien entgeht man sowohl den Meldepflichten des Formulars 720 als auch einer Besteuerung des Gesamtvermögens. Bei den Briten war der Rückgang ähnlich groß wie bei den Deutschen. Ihre Zahl sank offiziell von 23.698 auf 14.854. Größte Ausländergruppe auf Mallorca und den Nachbarinseln sind derzeit die Marokkaner (23.870), danach folgen die Deutschen. (mic)