Frucht des Johannisbrotbaums ist gefragt

| Mallorca |
Es lohnt sich, dieses Jahr, hurtig und beständig zu malochen: Mallorca-Algarrobas nach der Ernte.

Es lohnt sich, dieses Jahr, hurtig und beständig zu malochen: Mallorca-Algarrobas nach der Ernte.

Foto: M. Morro

Manchmal passieren auch in der Landwirtschaft Dinge, die einen geradezu elektrisieren: Dass die Frucht des auf Mallorca seit Jahrhunderten gedeihenden Johannisbrotbaums (Algarrobo) derzeit ungeheuer begehrt ist, ist so ein Fall. Insel-Bauern holten im August die Früchte fast wie von Sinnen von den Bäumen – und das zu fast jeder Tageszeit.

Das verwundert nicht, denn mittlerweile liegt der Preis für das Kilo "algarrobas" bei nicht weniger als 50 Cent. Vor nur zwei Jahren lag dieser noch bei der Hälfte, also zwischen lausigen 21 und 28 Cent. Bevorzugten die Landwirte zur Erntezeit im Sommer früher die Mandeln, so hat sich dies inzwischen voll und ganz umgekehrt. Nunmehr stürzt man sich auf Mallorca erst auf die Früchte des Johannisbrotbaums und lässt die Mandeln noch etwas reifen.

Joan Simonet, Chef der balearischen Jungbauernorganisation Asaja, spricht denn auch von einem mehr als nur guten Jahr, zumal auf den Bäumen deutlich mehr Früchte wachsen als in vergangenen Jahren. Dem Verbandsfunktionär will allerdings nicht in den Kopf, warum zum Teufel die Preise derart in die Höhe geschossen sind. Er vermutet niedrige Lagerbestände aus vergangenen Jahren als Grund. Das wiederum liege wohl daran, dass die Ausbeute in der jüngsten Vergangenheit eher spärlich war. Dass man auf der Insel jetzt von der Lage profitiert, freut Simonet über Gebühr.

Die vor allem im arabischen Raum sehr geschätzte Frucht des Johannisbrotbaums dient traditionell zur Herstellung eines nahrhaften Sirups, von vor allem in Bio-Märkten erhältlichen Brotaufstrichen und von Mehl. Sie enthält Vitamin A, B, Kalzium und Eisen und wird kurioserweise in Portugal zur Produktion von Schnaps mit 54 Prozent Alkoholgehalt verarbeitet. Früher habe man die Früchte auf Mallorca einfach vom Baum fallen lassen und den Schafen zum Fraß überlassen, so Joan Simonet. Wie sich nur die Zeiten ändern!

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