Fluggesellschaft Germania beantragt Insolvenz

| Mallorca |
Mit diesem Unternehmensfoto hatte sich Germania im Sommer 2017 präsentiert, als am Flughafen Palma über das Sommerhalbjahr eine

Mit diesem Unternehmensfoto hatte sich Germania im Sommer 2017 präsentiert, als am Flughafen Palma über das Sommerhalbjahr eine Boeing 737-700 stationiert wurde.

Foto: Germania

Die deutsche Fluggesellschaft Germania, die von Deutschland aus auch Mallorca bediente, hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Insolvenz beantragt. Der Flugbetrieb wurde in der Nacht zum Dienstag eingestellt, gab das Unternehmen per Mitteilung kurz nach Mitternacht bekannt.

Die Airline hatte ihr Engagement auf Mallorca 2017 massiv ausgebaut. Im Sommer 2018 flog Germania von neun deutschen Flughäfen auf die Insel. Vor wenigen Wochen war jedoch bekannt geworden, dass das Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Germania wurden über den Insolvenzantrag informiert. Die Schweizer Germania Flug AG und die Bulgarian Eagle seien von dem Schritt nicht betroffen, hieß es weiter.

Es sei schlussendlich nicht gelungen, die Finanzierungsbemühungen zur Deckung eines kurzzeitigen Liquiditätsbedarfs erfolgreich zum Abschluss zu bringen, sagte Germania-Vorstand Karsten Balke: „Wir bedauern sehr, dass uns als Konsequenz daraus keine andere Möglichkeit als die der Insolvenzantragstellung blieb. Ganz besonders bedauern wir selbstverständlich die Auswirkungen, die dieser Schritt auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Sie alle haben als Team stets ihr Bestes gegeben, um einen zuverlässigen und stabilen Flugbetrieb zu gewährleisten – auch in den angespannten Wochen, die hinter uns liegen. Ihnen allen danke ich ganz persönlich und von Herzen", wurde Balke zitiert.

Der Unternehmenschef bat darüber hinaus Fluggäste, die ihren Germania-Flug nun nicht wie geplant antreten können, um Entschuldigung. Von der Einstellung des Flugbetriebs betroffene Fluggäste, die ihren Germania-Flug im Rahmen einer Pauschalreise gebucht haben, können sich zur Organisation einer Ersatzbeförderung direkt an ihren jeweiligen Reiseveranstalter wenden, hieß es. Für Passagiere, die ihr Flugticket direkt bei Germania gekauft haben, besteht aufgrund der gültigen Gesetzeslage bedauerlicherweise kein Anspruch auf Ersatzbeförderung.

Der kurzzeitige Liquiditätsbedarf bei Germania sei entstanden, da insbesondere unvorhersehbare Ereignisse wie massive Kerosinpreissteigerungen über den Sommer des vergangenen Jahres bei gleichzeitiger Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar, erhebliche Verzögerungen bei der Einflottung von Fluggerät sowie eine außergewöhnlich hohe Anzahl technischer Serviceleistungen an der Flotte das Unternehmen in großem Umfang belastet hatten.

Germania ist eine unabhängige deutsche Fluggesellschaft mit über 30 Jahren Unternehmensgeschichte. Auf Kurz- und Mittelstrecke flog die Airline mit dem grün-weißen Logo zuletzt jährlich mehr als 4 Millionen Passagiere. Von 18 Abflughäfen in Europa bot Germania Verbindungen zu mehr als 60 Zielen. Zusammen mit der Schweizer Germania Flug AG und der Bulgarian Eagle betreibt Germania eine Flotte von 37 Flugzeugen.

Kommentar

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Kein Billigflieger / Vor 7 Monaten

@Ralph Sieger: https://www.stern.de/reise/europa/ryanair--preiskampf-der-billigflieger----wenn-piloten-nicht-krank-sein-duerfen-7377630.html

Ralph Sieger / Vor 7 Monaten

Da fragt man sich schon wieder: wieso machen die Billigflieger jedes Jahr reichlich Gewinn und die Fluggesellschaften mit den wesentlich höheren Flugpreisen gehen Pleite?