Sant Joan

Wahre Existenz contra Fantasieprodukt

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pueblo de sant joan bar can tronca

Es gibt Orte in Spanien, über die kursieren fiese Witze. Teruel in Aragón ist so ein Ort. „Teruel no existe” - Teruel gibt es gar nicht - lautet der Spruch. Damit wird zum Ausdruck gebracht, wie abgelegen die Stadt von allen Zentren und Verkehrsachsen tatsächlich ist. Ist schon jemals jemand dort gewesen? Oder gibt jemanden, der wenigstens jemanden in Teruel oder zumindest aus Teruel kennt? Na, also! Und darum kann es den Ort gar nicht geben. Bei Teruel - so die bösen Zungen - muss es sich schlichtweg um ein Fantasieprodukt handeln.

Mallorcas Teruel ist - wenn man so will - Sant Joan. Kaum jemand kennt angeblich den Ort, war jemals dort oder weiß aus Sant Joan zu berichten. Das Dorf der mallorquinischen Zentralebene liegt tatsächlich in einem toten Winkel der Landstraßen. Es verschwindet quasi im hügeligen Bermudadreieck der Orte Sineu, Montuïri und Vilafranca de Bonany. Schon der 2007 verstorbene MM-Kolumnist Josep Moll Marquès hatte 2000 geschrieben: „Es gibt wohl kaum eine Ortschaft auf Mallorca, die so unauffällig ist wie Sant Joan. Wenn man es das unbekannte Dorf nennen würde, wäre es auch nicht übertrieben...”.

Unbekannt ist gut. Selbst die Daten des Statistikamtes zu Sant Joan scheinen nicht zu stimmen. Offenbar haben die Sachbearbeiter das Dorf zum Teil mit Sant Joan auf Ibiza durcheinander geworfen.

Zur Ehrenrettung des Ortes muss aber doch gesagt sein: Aufgrund der Abgeschiedenheit blieb Sant Joan als das typische mallorquinische Agrardorf erhalten, das es schon immer war. Wer durch die Straßen spaziert, entdeckt dort das alte Mallorca, wie es anderswo gar nicht mehr vorhanden ist. Sant Joan existiert! Das Foto ist ein Beleg dafür.

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Palma gilt gemeinhin als die Hauptstadt Mallorcas und der Balearen. Aber es gab eine Zeit, da war Sineu der Sitz der Verwaltung und Machtzentrum der Herrschenden schlechthin. König Jaume II. (regierte 1276-1311) gewährte dem neu gegründeten Ort 1300 das Stadtrecht. Hier, im Mittelpunkt der Insel, sollte die Hauptstadt für die Untertanen ohne all zu lange mehr...

Kein anderer Ort auf Mallorca hat seinen Namen von Ausländern derart in Missklang gebracht gesehen, beziehungsweise gehört, als Vilafranca de Bonany. Denn in Unkenntnis des Katalanischen sprechen sie das „gute Jahr” Bo-na-ni aus, wenn sie es nicht sogar zu Ba-na-ni verballhornen. Korrekt muss der Zusatz „Bo-nain” ausgesprochen werden. Offiziell darf sich Vilafranca seit 1916 als „Freistadt mehr...

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Binicomprat verfügt über ein Restaurant mit diversen Gerichten der internationalen Küche. Der Komplex hat verschiedene Säle und Außenterrassen sowie Zelte, wo Banketts abgehalten und Hochzeiten gefeiert werden können. mehr...

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