Palmas Einkaufsmeile Nummer eins: Die Straße mit den Kolonnaden, Jaume III. | Foto: F. Barrasa

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Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Spanien schlagen voll auf den Einzelhandel durch, überall sinken die Umsätze. Im Zentrum von Palma konnten sich die Ladenbesitzer aber zumindest auf die Urlauber verlassen: Russen und Deutsche sind in Kauflaune.

Je nach Lage der Geschäfte sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um zehn bis 30 Prozent zurückgegangen. Auch an "erster Adresse" – der Einkaufsstraße Jaume III., die noch am geringsten von der Konsumflaute betroffen ist – sitzt das Geld bei spanischen Kunden nicht mehr locker in der Tasche.

Die Kaufzurückhaltung wird jedoch durch russische Touristen ausgeglichen. "Die Russen retten uns den Sommer", sagte der Besitzer eines Schuhgeschäftes in der Jaume III. Hinzu kommen die Kreuzfahrttouristen, unter ihnen besonders in Kauflaune: die Japaner.

Nach Angaben des mallorquinischen Hotelverbandes Fehm und des Einzelhandelsverbandes konsumieren die russischen Gäste deutlich mehr als Mallorcas traditionelle Besuchergruppen. So sollen die Russen im Schnitt ein Viertel mehr Geld ausgeben als deutsche Urlauber, und 50 Prozent mehr als Briten.

Die russischen Gäste bleiben im Schnitt elf Tage auf der Insel und geben am Tag mehr als 200 Euro aus, errechnete der Hotelverband.

Der Einzelhandel sieht sich demnach vor allem in den Sommermonaten durch die ausländischen Besucher gestützt, fürchtet sich aber schon jetzt vor einem "sehr harten Winter", schreibt die spanische Tageszeitung "Ultima Hora".

Denn die bereits bestehende Kaufzurückhaltung der heimischen Konsumenten wird sich nach der Prognose der Händler weiter verschärfen: Zum einen durch die Anhebung der Mehrwertsteuer am 1. September, zum anderen durch das gestrichene Weihnachtsgeld für Angestellte des öffentlichen Dienstes.

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