| CURRO VIERA

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Ein versteckteres Bergdorf als Mancor de la Vall ist auf Mallorca nur schwer zu finden. Wie der Name schon sagt, liegt der Ort in einem Tal an den östlichen Ausläufern des Tramuntana-Gebirges und ist von außen so gut wie nicht einsehbar. Bei einer Ausnahme: Vom heimischen Klosterberg Santa Llúcia, das hoch über dem Dorf thront, bietet sich ein herrlicher Blick über die zu Füßen liegen Inselebene.

Mancor de la Vall liegt an keiner Durchgangsstraße. Ohne Grund kommt kaum jemand in das Dorf mit seinen Natursteinhäusern und gepflasterten Gassen. Es geht beschaulich zu. Der Ort wirkt wie Valldemossa, nur eben ohne Tourismus und Souvenirläden.

Die wenigen Hinweise am schwarzen Brettmachen deutlich: Mancor ist ein Zentrum der Jäger. Kein Wunder, bei dem vielen Bergwald im Rücken des Dorfes. Demnächst beginnt die Drosseljagd mit Netz. Ansonsten werden Hasen, Rebhühner und Bergziegen geschossen. Auch Pilzsucher starten ihre Touren oft in Mancor, wie Clara, eine gebürtige „Mancorina”, zu erzählen weiß.

Das Idyll lockt verstärkt Städter an. Am Ortseingang entstanden neue Wohneinheiten im dörflichen Stil, ohne auf modernen Komfort zu verzichten.

In der Bar Es Puput gegenüber dem Rathaus geht indes alles seinen gewohnten Gang. Männer in grünen Hosen und Westen trinken ein Feierabendbier, der Fernseher läuft, ein deutsches Paar möchte zahlen. Das Lokal erinnert an eine Galerie. An den Wänden hängen Ölgemälde, dörfliche Ansichten undWaldszenen.Gemalt wurden sie schon vor zehn Jahren von TíaMartorell. Die Werke machen sich ganz nett. Mögen sie dort noch lange hängen bleiben.